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so konnte der mittlere raum (eine art zwischendeck) in 3 compartments oder magazine geteilt sein.

62, 51 ist zu lesen: das drit loch heyst man la porta de schrina; ebenso 62, 53 das vierd loch heyst man la porta dei sarthy, nicht von sarto, schneider; sondern = dei sarte, der taue des takelwerks. 63, 64 schrinā kann nur schrinar (scrinarius) gelesen werden, der mit dem 'schreiber (61, 22) identisch zu sein scheint; ebenfalls 69, 241 ist scrinar zu lesen; auch diese stelle passt für den schreiber.

63, 70. der mastbaum, jederseits durch 5 taue 1 (sarte) gehalten, hat einen segelpaum ubertwerch, also eine dwars stehende rahe. die 3 aufgezählten segel werden nach dem text stets nur einzeln gebraucht; daher ist hier die erklärung als stagsegel 2 und gar focksegel irrig, ebenso die von Du Cange zu BvBreydenbach, der wabrscheinlich auch nur einen mast, also keinen medianus malus hatte. terzeruolo, le tercerol, heisst urspr. drittelsegel, weil es nur 1/3 der fläche des grossen bot, vermutlich war es dreieckicht. papafico ist urspr. ein schleier, wie es denn 63, 78 dünn und kurz (schmal), aber viereckicht genannt wird.

63, 81 soste, taue an den enden (nocken) der rahe: sosta, sorte de corde dans un vaisseau, Veneroni (di Castelli) Dittionario imperiale. es ist nicht mit scotto, der aus dem deutschen stammenden 'schote' zu verwechseln, stammt vom lat. substare und bedeutet die 'brassen'. la orza (63, 82) ist die backbordbrasse, die mit niederländisch und bairisch nichts zu tun hat. daher 65, 131 das rudercommando fa lorcha 'backbordruder nach der admiralitätsvorschrist.

64, 83 potza ist richtig, ital. poggia, die steuerbordbrasse (rechts); poggiare, das segel hissen, auch anluven. daher 64, 88 das teyll am tuch, das da heyst potza; woraus hervorgeht dass nur die backbordhälfte der vela an die rah angeschlagen war, die steuerbordhälfte aber als rutensegel benutzt wurde (vela mezzana nach Breusing). das commando: steuerbordruder' muss 65, 131 daher fa potza, nicht portza, heissen.

64, 83. für das tau kaynola habe ich keine deutung; es

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1 auf den Lübecker, Wismarer und Neucremper siegeln halten je 3 taue der mast. siegel des mittelalters aus den archiven der stadt Lübeck.

2 insofern das terceruolo am stag geführt wurde, könnte man es freilich stagsegel nennen.

wird ein 'quarnard' bei Veneroni genannt, doch scheint dies zu weit vom namen abzuliegen. mantikio könnte auf ital. amanti, stehendes tau, zurückführen; wenn nicht anzunehmen, es sei geredet wie 62, 51 und 53 und müsse gelesen werden das heyst man tikio; aber auch so ist eine bedeutung nicht zu finden, wenn nicht etwa taglia 'talje, flaschenzug' hier verderbt wäre, ein ausdruck, der freilich sehr auffällig vermisst wird.

64, 85 das klein seyll an dem baumen, das heisst Aussolo. da es zum laden und löschen (entladen), zum hissen des potzahalbsegels (wol richtiger zum niederholen des rahenendes oder der nock) dient, ebenso zum hissen von leuten zur strafe, so muss es ein in der talje laufendes tau sein. es ist anssola zu lesen, ital. anzola (von uncus), eigentlich der haken, in welchem der glockenschwengel hängt, hier die talje mit dem tau; die vielleicht an einem haken oben am top befestigt war.

65, 121 ist zu lesen: gesprochen hat (nämlich lateinisch), so spricht der Comitu in welsch (dh. italienisch): der capitany und der patron und die hern usw. die erklärung apm. 46 ist irrig.

66, 150 man leyt offt in pergen still; dazu anm. 53: 'von bergen abzuleiten, also hafen. das scheint aber nicht richtig,

' denn 65, 138 muss die wache im ausguck umbsehen, ob sey kein pergk sehen, keine klippe; das liegen in pergen heisst daher nur: auf einer von bergen geschützten rhede. zu widersprechen scheint 66, 154: zwischen Pola und Zara ist ein perg, der heyst golffo de Pola. auff dem perg besucht (rectius besicht?) man dye ruderer usw. das muss aber eine landstätte sein, wo die mannschaft gemustert wird, ob in Pola oder schon in Venedig einer entlaufen sei. weshalb diese stätte golfo genannt wird, ist unsicher.

66, 156. es kann heissen: so schreib der patrono, letzteres wort kann aber als selbstverständlich auch fehlen. der signore de notte kann nur der polizeiherr in Venedig sein, der abends visitieren lässt; die gefundenen deserteure werden von SMarco nach dem Rialto gepeitscht und müssen dann das anheuergeld herausgeben.

66, 164 Agorus muss Ragusa sein; die korallen die reser bedeutet doch nur: dei rezze (der netze) oder di rezzare (vom netzfang); der reisende halte misverstanden, als würden sie dort im windischen gepirg gegraben, da er rezze oder rezzare nicht verstand und für einen korallen namen hielt.

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66, 170 Coron kann nicht Koron im Peloponnes sein, weil, wie 66, 173, besonders aber 67, 177 ff zeigt, keine station ausgefallen ist. es muss in Kreta gesucht werden, vielleicht ist der hafenplatz des binnenländischen Cortina di Candia, des alten Gortyna, gemeint.

67, 174 die teutschen herren sollen natürlich die johanniter sein. nach 67, 177 wäre in Zara trotz der dort gemachten einkäufe nicht gelandet.

67, 186 das ist unter der Venediger gewerb kann nicht heissen (apm. 67) 'die Venediger treiben handel dahin.' der reisende scheint Consulo für einen ort gehalten zu haben; dann hiesse jenes: 'das ist unter der Venediger verwaltung.' 67, 189.

es wird peyder 'weiter' heissen sollen, oder auch wider zurück. dann ist der sinn: keine galeere darf weiter (ab-) fahren vor der admiralsgaleere, keine darf eher anlegen, keine für sich eine andere stadt anlaufen; oder der (sc. patrono) ist verfallen, sobald der admiral ihn der signoria meldet.

67, 195. die summe der italienischen meilen von Venedig nach Beirut berechnet sich nach den einzelangaben auf 2400. wenn bier 2200 meyl welscher angegeben sind, so ist die rückfabrt, wo nur im falle der not angelaufen werden soll, aus diesem grunde kürzer gerechnet.

68, 208. die 6 unzen gedörrtes brot, schiffszwieback, auf 2 tage werden die üblichen unzen sein; es ist unmittelbar daneben erzählt dass ruderer und schützen sich für ihren sold selbst beköstigen müssen, auch nachher werden sie abkochend am herde erwähnt. den nicht überall käuflichen, knochenlarten zwieback, in Italien unzweifelhaft aus weizenmehl, bekommen sie überher.

68, 217. es ist zu verstehen: er (der capitaner) pringt sy vor der herschafft (der signoria) umm das gelt (den sold), das sie (die signori) gebnn mussen.

68, 220. die stelle ist nicht verdorben. zu interpungieren: kurtz. das gelt usw. dh. das geld wurde ihm auf dieser galeere ausgezahlt, es betrug 30 ducaten in einem abmachen.

68, 226. bei fl. ist die zahl nicht ausgefallen, es ist abkürzung für florenum = 1 fl., einen goldgulden. vgl. 68, 223; dagegen ist z. 230 und 69, 238 das f. zu streichen.

68, 236. in fontepuzoll stecken zwei worte: ital. fontego

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fondaco (magazin, rüstkammer, armamentarium, gerwekamer) und pulcello, pusillo, masc. zu pulcella, pusilla. fontepuzoll also =rüstbursche, garderobier.

69, 262. die thunfische die recht man gern a pola bey dem schola; lies: vecht; schola ist scoglia, scoglio, scopulus, also: die thunfische fängt man viel zu Pola bei den klippen. Rostock, 3 januar 1881.

K. E. H. KRAUSE.

KLEINE MITTEILUNGEN.

1. Zu Zs. 22, 422 f. Von den an dieser Stelle durch Dümmler veröffentlichten sprichwörtern stammt die grössere hälfte aus Otlohs Liber prouerbiorum (Pez Thesaurus anecdot. m 2). nr 2 steht daselbst s. 511, 4 s. 515, 6 s. 517, 10 s. 536, 14 s. 526 in folgender fassung: rara fides homini tribuenda est pro dolor! omni, 18 s. 532 ebenfalls in etwas anderer fassung: testis ueridicus regi uero manet aptus, 22 s. 494 mit weglassung von fidus, 26 s. 530.

2. Zum Memento mori v. 115 - 122.

Das bild von dem wanderer, welcher auf seiner fahrt unter einem baume einschläft und darüber das ziel seiner reise vergisst, ist nicht erfindung des deutschen dichters, sondern kirchlichparabolische überlieferung. es findet sich ähnlich, nur mit weglassung des schlafes, auch bei Otloh Dialogus de tribus quaestionibus cap. 50 (Pez Thes. In 2 s. 247): uiator ille stultus est, qui in itinere amoena prata conspiciens obliuiscitur, quo tendere disponebat. daraus ist es widerholt im Liber prouerbiorum s. 534, wo nur tendebat für tendere disponebat. die quelle dieses gleichnisses vermag ich nicht anzugeben; sie ist jedesfalls in der patristischen litteratur zu suchen. Trarbach, 5 dec. 1880.

F. SEILER.

WOLFRAMS TITURELLIEDER.

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Die sogenannten bruchstücke des Titurel sind zuerst von Müllenhoff in übereinstimmung mit Haupt als lieder nach der weise des volksepos erkannt worden. 'man wird wol tun', schreibt er Zs. 18, 297 anm. (vgl. zGNN s. 15) 'nicht mehr von Titurelbruchstücken, sondern von Titurelliedern zu sprechen.' ein folgenreicher satz für die characteristik wolframscher kunst, den Bartsch in seiner sonst ausführlichen einleitung zu Wolframs von Eschenbach Parzival und Titurel (zweite auflage 1877) nicht geflissentlich ignorieren durfte, wenn er sich auch von seinem standpunct aus natürlich nur polemisch dagegen verhalten konnte. aber von gewisser seite scheut man einmal alles, was episches lied heisst und die viel bestrittene liedertheorie an weiteren beispielen bestätigt. für jeden unbefangenen muste Müllenhoffs bemerkung schon aus äusseren gründen einen hohen grad von wahrscheinlichkeit gewinnen. sie mögen meiner untersuchung als einleitung voranstehen.

1) strophische form trotz des umfangreichen stoffes.

Ohne uns von der späteren ausfüllung Albrechts von Scharfenberg verleiten zu lassen, können wir aus den andeutungen im Parzival und den bruchstücken selbst die Titurelfabel ihren umrissen nach so ziemlich reconstruieren: geburt und kindheit ihrer helden, Sigune und Schionatulander, bis zu deren liebesgeständnis und darauf folgender trennung, als Schionatulander Gahmuret nach Bagdad begleitet. Schionatulanders schicksale im orient, heimkehr nach Gahmurets tode und neues zusammenleben mit Sigune. reise beider liebenden (zur zurückgezogenen Herzeloide? 1); das verhängnisvolle brackenseil und Sigunens verschuldung, die vermessen ihren besitz dem freunde an die widererlangung des seiles knüpft. Schionatulanders abenteuer im suchen nach dem seile, in der verteidigung von Parzivals erbe gegen Lähelin; sein frühes ende durch Orilus. Sigunens büssende trauer an der Leiche des geliebten und schliessliche versöhnung im tode.

I so im J. Tit. 1123 ff. unterwegs nach dem J. Tit. 1135 ff auf der heimkehr treffen wir das par in Wolframs Tit. 132. Z. F. D. A. neue folge XIII.

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