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275 Item so

man dann die specerey hat gekaufft zu damasco, So ledt man dieselben specerey auff kemelteren vnd sendt oft bey viertzig oder bey funfftzig, die miteinander genn durch das gepirg, vnd ein knecht damit. vnd das selbig thier mag gar wol

geleyden hunger vnd durst, vnd ist gar groß, lanckhelsig vnd 280 arbeyt gar vast.

vnnd wen sie kumen an die stat, do man sy ab ladenn will, So kan man sie nit derreichen, vnd so thut der knecht den tyren ein zeichen myt dem mund, vnd von stundt an So legt es sich nyder; So let man sy dan abe. vnd das

thyr ist auch gar gern prot, wann man nicht alweg futr furenn 285 mag, das sy essenn, vnnd yst oft vngessenn vnd onn trincken woll $5 drey tag.

Item so helt man kemellthir, die gar palt lauffenn, do man botschafft darauff schicht, vnd das selb thyr ysset nicht anders

denn prot, vnd wenn man ein heyden auß schicht in botschafft, 290 So hat er alleweg ein prot oder vier vnd ein legelein myt zucker

wasser, vnd wenn err Reyt, So schneyt er das prot zw pysselenn, vnd wen das tyer hungere, so went es den hals hinumb zu dem heyden vnd gucgt auff. So wurst er dann dy pißlein

des protz eines nach dem anndern hinein, vnd ruet nicht vnd 295 laufft offt dreyssig oder viertzig meyll wellischer in eym tage. 86

Finitum et completum per me Johannem schumann de lutzenburg anno domini millesimo quadringentesimo sexagesimo feria secunda post exaltationis 87 sancte crucis.

86

85 vor woll steht in der hs. noch: woll trincken raum für 3 zeilen, danach die notiz des schreibers. unter derselben rot:

e
e e

sch
87 hs. exultationis
Berlin, den 6 februar 1880.

ERNST HENRICI.

SPRUCH VOM RÖMISCHEN REICH AUS DEM

JAHRE 1422.

Im folgenden teile ich aus der oben s. 60 beschriebenen foliohs. Arundel 6 des British museum ein gedicht mit, das eigentlich auf diese bezeichnung keinen anspruch erheben kann, denn es ist nur

von historischem interesse. der text wurde genau nach der hs. gegeben, doch sind die wenigen compendien derselben aufgelöst, falsche worttrennungen berichtigt und die interpunction hinzugefügt. mehrere stellen verstehe ich nicht.

In dem spruch vindt man war auff 1 das Romisch reich Im anfang gesetzt sey vnd wie das her komen sey.

GEystliche erëzundung warer mynnenn,
Got herr, tzundt an das flammen prinnen
Gemeingklich fur alle cristenbeyt.

Was ich vor ye han geseyt,
5 Das ist alles gewesen ein schimpff.

Ich furcht erst grossen vngelimpff,
Der vnter den hossen will auff stan,
Als ich vor offt gemeldet hann,

Das man die seck ? pillich het deutten,
10 Die cristen glauben also scheutten

Und leyder reichenn thut als weyt.
Ir secht waran es ytzundt leyt,
Das woldt ich yezů ertzelen.

Hort zu vnd lat ber prellen.
15 Zw den tzeiten do Octauianus

Reichsnet der erst augustus,
Dem rufft lucas auß seyen 3 teytell
In seynem andern Capitell:

Exijt edictum,
20 Er wolt wissenn zale vnd sum,

Das menigklich in der Werlt wurd tzelt.
Wer sich ytzunt des gleichen stelt

2 1. seckt; der sinn der

1 auff war hs., durch zeichen umgestellt zeile ist mir jedoch unklar

3 l, seynen

Vnnd sich auss augustus nennet

Vnd bey dem name nicht erkennet,
25 Wie der name sey komen her,

Darumb merck meyne wort vnd ler:
Er heist ein merer alletzeyt.
Denn namen man eynem keyser geyt

Vnd rechtenn kuniglichen schall;
30 Also nennet man die noch all

Biß noch heut auff diesen tag,
Das nymant nicht wol gewissen mag,
Wie lang sie beleybenn der keyserthum

Denn Romischen fursten zu Rom.
35 Nach cristi gepurt dreyhundert iar

Und Eylfer mer, das wisset fur war,
Darnach wurden sie verschaltten,
Das sie nicht mer sollten waltten

Eyner keyserlichenn wall.
40 Das geschach durch suntlich vall.

Merkt, yr furstenn, diesen coppell 2
Der wonet genn Constantinopell
Gleich als man ein kunig erwelt,

Als euch hernach wirt ertzelt,
45 Wie das du belyben sey

Das die furstenn bestanden dapey
Der wall, ob das ymant wundertt,
Zweyntzig iar vnd auch sechshundert

Ist belieben in der teutschen hant.
50 O teutsch zunge, piß gemant,

Das dir die ere nicht werde entzogen!
Suntliche hoffart wurden betrogenn
Romer vnd auch die kriechenn.

Secht wie der gelaub ytzundt begynt siechen,
55 Dartzu Cristenlich gepott.

Ert noch den almechttigen got,
Vnd tret nicht von der kur,
Demmet den ketzerlichen schawer

Vnd secht an gottes hantgethatt; 11. auch 2 die construction dieser und der folgenden zeilen ist unklar

60 Laß 1 hochfart vnd neyt, das ist meyn rat,

So wirt auch nicht entzogen das.
Als ich in eyner Cronick las,
Wie lublich begabt sie teutsche zunge,

Der grunt vnd der vrsprunge
65 Will ich ertzelen, ob ich kann.

Myt denn kurfursten heb ich ann,
Der siebend 2 sindt, die ich kenne.
Drey ertzpischoff, die ich nenne:

Meintz, cölen vnd darzu Trier,
70 Als keyser karell das geuiell,

Die gewalt sullenn haben in der cantzley
(Ir teutschen, merckt diese krey),
Doch vglicher in seyner prouintz.

Noch sind mer redlicher printz,
75 Die macht nach keyserlichen stat:

Sachsen das marschalckamptte in hat,
Der truckseß ist pfaltzgraue pey Rein,
Der von brandenburgk soll kamerer sein.

Denn vierdenn nennen ich euch 3 sues:
80 Kunig pinterna 4 boheymus.

Welenn ein den man kronen soll,
Wer inn darzu tut geuallen wol:
Das heyst ein kunig der Romisch kronn,

Den sollen wir pillich haltten schonn
85 Mit aller vnnser gehorsame.

Altzeit Augustus ist sein name;
Doch das er sey teutscher zungen,
Sust menigklich ist der wal verdrungen.

Er soll sein streng, gerecht vnd frum,
90 an 5 geuerde gleicher schirmung,

Vnd setzen die cristenheyt in frydt.
Des sullenn ym geholffenn sein seyne gleder 6,
Die dem reich do sind gewant,

Die myr ertzeygent 7 sindt bekant,
95 Darauff des reichs grund ist gesetzt,

6

1 l. Lasst
2 1. sieben

3 hs. euch ich, durch zeichen umgestellt * mir unklar, vielleicht verdorben aus Pincerna kunig vor an ist Alle durch zeichen getilgt 6 der reim erfordert glid 7 verstehe ich nicht

5

Die sehen wie man ytzundt letzt
Das reich der heyligenn cristenheyt.
Das solt von denn haben gelayt,

Wann teutsche zunge ist dartzu gestifft,
100 Das die andern zungenn vbertrift

Myt fursten grauen freyen,
Die ich altzeyt will bekreyen
Vnd hie ertzelen wer die sint:

Pfaltzgraue pey reyn eins fursten kindt,
105 Luttringen vnd dartzu braunstzweyg,

Swaben nach Ritterlicher eyle
Das sind des reichs vier hertzogen.
Vier marggraue vnbetrogen:

Brandenburg vnd auch meychsen,
-110 Merhern sich 1 man auch gleyssenn;

Der wirdt 2 marggraue von lottringen.
Nu sicht man her dringenn
Wier 3 lantgrauen myt grosser wirdt:

Von doringen, hessen myt gezirde,
115 Der uon leuchttenberg mit erschein

Vnd der in elsaß zu eßeßheym.
Also sint ir noch woll vier
Vnnd vier burggrauenn nennt man myr:

Meydburgk vnd nureinbergk,
120 Reyneck 4 vnd dortzu strumbergk.

Noch sindt vier grauen bey dem reich:
Von kleff vnd Swartzpurck bede gleich,
Von lunpurck vnd von Tusiß,

Westerburg 5 ich dartzu myß,
125 Der wierdt 6 ist vonn allewalden.

Vier Ritter thut man haltten:
Der ein ist von andlan?,
Von strundeck den ken ich schon,

Der drit ist von meldingen,
130 Frawenburg 7 sicht man dringen.

5

1 l. sicht 2 1. vierdt 3 1. Vier 4 unweit der mündung des Rheins in den Bodensee 5 auf dem Westerwald, in der alten grafschaft Leiningen-Westerburg

vierdt 7 im Unter-Elsass, kreis Schlettstadt gibt es Andlau, Frauenburg am frischen haff

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