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eher will ihn Ortnit losgeben, bis er die rüstung herbeigeschafft, auf vieles bitten erst und gegen einen heiligen eid lässt er ihn los. nun ist er frei. in demütiger geberde nähert er sich dem könig und bittet ehe er noch die rüstung bringe ibm einen wunsch zu gewähren: den ring, den er am finger trage, ihm zu schenken. als Ortnit auf sein gelübde sich beruft, erntet er spottreden des zwerges, sie verfangen aber nicht, nur dazu lässt er sich bewegen, gegen einen eid, der sicherheit verbürgt, den ring auf kurze zeit zum besichtigen zu überlassen. wie er ihn aber dem zwerge einhändigt, ist dieser seinen augen entschwunden. er hört nur dessen spottreden, dass er den ring, durch den allein er ihn habe sehen können, so töricht weggegeben habe, niemals solle er ihn wider erhalten. fruchtlos mabnt ihn Ortnit an seinen eid, nicht einmal die rüstung will der zwerg ihm geben. da gürtet Ortnit zornig sein ross und reitet weg; aber Alberich ruft ihn an: er will den ring zurück erstatten, wenn Ortnit verspreche, nichts böses ihm auf die neue kunde anzutun, die er von seiner mutter ihm geben werde. der könig aber will in solchem falle lieber den ring missen. darob preist ihn der zwerg: du häst der triuwen eine, da die liute behalten sint. zuletzt gibt ihm Ortnit, da er sieht dass er ihn am sprechen doch nicht werde hindern können, die verlangte zusage, indem er sich vorbehält, die reden des zwerges in den wind zu schlagen. nun erfahrt er dass Alberich einst der königin, Ortnits mutter, deren ehe unfruchtbar gewesen, gewalt angetan habe, um dem reiche einen erben zu geben. aus diesem beilager sei Ortnit entstanden, Alberich also sei sein vater. im ersten zorpe will sich Ortnit am zwerge vergreifen, aber an das versprechen gemahnt beherscht er sich und gibt sich zuletzt mit dem, was nun einmal geschehen sei, zufrieden. der zwerg schenkt ihm jetzt die herliche rüstung, die er selbst geschmiedet, unter den Waffenstücken auch das schwert Rose: noch ehe er Ortnit je gesehen, hatte er ihm das geschmeide zugedacht. der sohn möge ja nicht der mutter zürnen, sonst müsse er sich von ihm lossaged; so lange er ferner das ringlein besitze, werde die hilfe des zwerges nie feblen. Ortnit ritt nun nach hause und hatte gelegenheit, die güte seiner hellschimmernden waffen zu erproben. auf die frage der mutter, woher er den neuen helm habe, erzählt er alles, was unter der linde geschehen war. beide versöhnen sich.

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Es erfolgt nun die ausfabrt. vor Suders erst, als Ortnit sich in nöten sieht, erinnert er sich dass er das beste zu hause

vergessen habe: den zwerg. Alberich ist aber bereits auf dem Det bra schiffe, und seine mitwürkung bei den folgenden erlebnissen im er nie heidenlande ist sehr wesentlich. er bewürkt die landung vor e sich das Suders, indem er dem könig durch einen wunderbaren edelstein

die gabe verleiht, alle sprachen zu verstehen und zu sprechen; er setzt es, für Ortpits ebre besorgt, durch dass er nicht ohne die fehde angesagt zu haben die stadt überfalle, und überbringt

selbst diese botschaft dem heidenkönig; im kampfe vor Suders des di# vermittelt er meldungen, zeigt dem Ilias die heiden in der höhle, fúrich we verklagt ihn bei Ortnit wegen des massenmordes an den frauen

und der grausamkeit gegen die wehrlosen verwundeten; er hilft die überlebenden taufen, sucht endlich mit Ortnit das schlachtfeld ab. dann führt er sie vor Muntabur, wirft die geschütze des feindes in den burggraben, neckt neuerdings unsichtbar den Machorel und überredet während des kampfes der christen und heiden die königstochter, Ortnit ihren ring zu schicken und von ibm sich entführen zu lassen. als der erste sturm auf die feste mislingt, ordnet er den rückzug an, und teilt Ortoit die list mit, durch welche die königstochter entführt werden soll, er hilft wesentlich mit zu ihrer ausführung. doch mahnt er den könig, die jungfrau nicht ehe sie getauft sei zu seinem weibe zu machen. dem fliehenden par erteilt er gute ratschläge und führt, als Ortnits not am höchsten ist, die bilfe herbei. während jetzt der vorteil auf seite der christen ist, flosst er der jungfrau die furcht ein, Ortnit werde sich pun an Machorel rächen; ihre freude ist um so grösser, als sie vom siegreich zurückkehrenden erfährt dass er ihren vater am leben gelassen habe. ehe sie sich einschiffen, taufen Ilias und Alberich die jungfrau und sie wird Ortnits weib.

Nun verschwindet Alberich auf längere Zeit vom schauplatz der erzählung. fünf jahre vergehen (str. 540). im sechsten reitet Ortnit aus, um die drachen, welche ibm Machorel hinterlistig ins land gesetzt hat, zu lödten. er hat den ring Alberichs am finger, dort wo er zuerst ihn gesehen hatte, trifft er wider den zwerg. Alberich rät vom kampfe ab, auf seinen beistand dürfe Ortoit nicht rechnen, er werde schon erfahren, was gott ihm beschert habe. nur den einen trost könne er ihm geben, dass er den

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drachen wol tödten werde, wenn es zum kampfe komme, er fürchte aber dass Ortnit im schlafe vom ungeheuer werde überrascht werden. er empfiehlt ihn goltes schutze und verlangt seinen ring zurück. komme der held unversehrt aus dem kampfe, so sei der ring wider sein. Ortnit wirft ihn ihm zu und beide tauschen abschiedsgrüsse.

Mit dieser scene tritt der zwerg aus der action. überhaupt hat er nur an den begebenheiten der brautfahrt einen hauptanteil; mit deren glücklicher beendigung endet daher auch im wesentlichen seine rolle, und es ist klar dass er in der 7 åvent. nur deshalb wider auftritt, weil dem helden der elbische ring, mit dessen besitz die hilfe des zwerges verbunden ist, wider entzogen werden muss. aber in welch äusserlicher, unmotivierter weise geschieht dies ! worin liegt das verschulden, das den verlust des ringes hätte begründen können? gerade in dem augenblicke, da hilfe am meisten not tat, verlangt der zwerg ohne jeglichen ersichtlichen grund das pfand, das seinen beistand verbürgt, zurück, und ohne weiters geht Ortnit auf das verlangen ein. vollends ungeschickt sind die zeilen (560, 4) gesent dich got her widere, số ist ez (daz vingerlin) aver din. es ist freilich klar dass der ursprüngliche kern der sage den tod Ortnits im drachenkampfe vorschrieb, und dass der schützende elbenring, den der dichter als poetische maschine in den vorhergehenden teilen der erzählung trefflich hatte verwenden können, nunmehr auf irgend eine art ihm entzogen werden muste. aber im inhalte des gedichtes selbst ist diese entziehung höchst ungenügend motiviert.

Wenn nun hier, an dem orte, wo Alberichs person und alles, was sich an ihn knüpft, aus dem rahmen der erzählung gebracht werden soll, die fuge deutlich bemerkbar ist, so fragt es sich: wie hat ihn der dichter in die erzählung eingeführt?

Die 1 avent. schliesst mit den vorbereitungen zur ausfahrt, welche der ungünstigen jahreszeit wegen bis zum kommenden frühjahr aufgeschoben werden muss. die parallele darstellung der Ortnitsage, die uns in dem gedichte von Dietrichs flucht 2169 bis 2278 vorliegt, weiss nichts von einer solchen wartezeit. die 2 avent. beginnt nun mit einer reihe von strophen, in denen Ortnits mutter ihren befürchtungen, die sich an eine vom sohne beabsichtigte reise knüpfen, ausdruck gibt. kaum wird jemand, der zum ersten male diese strophen 70-76 liest, wissen, ob

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damit die beschlossene brautfahrt, oder der im folgenden erzählte ritt auf aventiure gemeint sei. nach genauerer beobachtung stellt sich allerdings das letztere heraus. aber noch immer bleiben einzelheiten, namentlich die worte Ortnits (73) mir ist ein troum bekant, völlig unverständlich, da sie weder im vorhergehenden noch im nachfolgenden irgend eine erklärende beziehung haben. bereits Jänicke hat DHB iv 243 am inbalt wie an der abfolge dieser strophen anstoss genommen. aber die in ihnen herschende verwirrung ist wol in erster linie nicht der überlieferung des gedichtes zuzuschreiben, sondern dem bearbeiter der sage, der die person Alberichs einfügte, der jene zwischenzeit zwischen beschliessung und ausführung der brautfahrt erfand, um raum für das neue motiv zu gewinnen. in eben diese zwischenzeit wird der ritt auf aventiure verlegt, auf welchem Ortnit zuerst mit Alberich zusammentrifft: hier ist also die andere fuge zu bemerken. aber es muss auffallen dass der dichter, welcher mit unläugbarem geschick die momente, die an die nachbildung zeitgenössischer ereignisse einerseits, an Alberich und den ring andererseits sich knüpfen, mit einander verflochten hat, nicht die verwirrung und unklarheit der strophen, welche die einführung Alberichs einleiten und vorbereiten sollen, hat vermeiden können.

Hier drängt sich die vermutung auf dass der bearbeiter die hauptmasse der details, welche mit der unzweifelhaft ihm angehörigen einführung Alberichs zusammenhängen, nicht selbst erfunden hat, sondern dass sie einer bestimmt ausgebildeten zwergensage angehören, welche als ganzes in den stoff des Ortnit eingefügt wurde, und zwar so, dass einzelheiten derselben, welche in den neuen zusammenhang nicht passten, teils entsprechend modificiert, teils aber belassen wurden und nunmehr die in rede stehenden widersprüche und unebenheiten hervorriefen.

Zunächst kommt das verhältnis Alberichs zu Ortnit und dessen mutter in betracht. war es nötig, dem könig durchaus dem ursprünglichen mythischen sinne der sage entgegen – elbische abkunft anzudichten, ihn zum sohne Alberichs zu machen, damit er auf einem ritt auf äventiure mit dem zwerge zusammentreffe ? aber dies zusammentreffen ist ferner noch ausgiebig durch das motiv des rings begründet. Ortnit erhält von der mutter einen ring, dessen bewahrung ihm bedeutungsvoll anempfohlen wird, durch den er sicher auf aventiure werde gewiesen werden. dieser ring gehört Alberich: denn 560, 3 nennt der zwerg iho ausdrücklich min vingerlin, und an seinen besitz ist die hilfe Alberichs gebunden (ohne dass dieser dem besitzer willenlos untertänig gemacht würde vgl. 183, 2). die königin muss ihn daher selbst von Alberich empfangen haben, natürlich damals als er das beilager mit ihr vollzogen hatte: unsichtbar hatte er sich ihr genähert, sobald aber sein wille an ihr ergangen ist, wird er ihr sichtbar, dh. sie erhält den elbischen ring, gleichsam als einen vermählungsring. indem sie ihn nun in bedeutungsvoller weise dem sohne übergibt und daran die verheissung knüpft dass der ring ihm zu äventiure verhelfen werde, weiss sie dass der sohn nunmehr seinen würklichen vater treffen und kennen lernen muss, ja daraus allein ist schon zu vermuten dass der zwerg bereits damals, als er zuerst den ring der königin übergab, ihn ihr mit der aufforderung geschenkt habe, später ihn dem herangewachsenen sohne einzuhändigen, der dann seinen vater finden und erkennen werde. es scheint also hier das verbreitete sagenmotiv vorzuliegen, dass der sohn, wenn er zu seinen jahren gekommen ist, mit einem erkennungszeichen ausgeschickt wird, um den vater zu suchen und zu finden. meine vermutung bestätigt sich darin dass 182, 2 der zwerg ausdrücklich sagt, er habe die rüstung, die er jetzt dem sohne schenke, von jeher ihm zugedacht. die erkennungsscene war also nicht zufällig.

Andererseits, dem gegenüber: die mutter sucht ihn von der fahrt abzuhalten (70) weil sie die entdeckung fürchtet ? der zwerg setzt voraus (182) dass Ortoit um der neuen kunde willen der mutter zürnen werde und mahot dringend davon ab, er preist ihn auch um der treue willen, die er gegen die mutter trägt. das widersehen serner zwischen sohn und mutter ist so erzählt, dass man glauben muss, die letztere habe nicht geahnt, was geschehen werde: sie kann nicht läugnen, was der zwerg gesagt hat und appelliert an Ortnits gnade. sie fragt auch, woher Ortnit den neuen helm habe (213, 1).

Diese unebenheiten der darstellung lassen sich leicht so erklären, dass der bearbeiter jenen hauptzug des supponierten zwergenmärchens, nach welchem von anfang an alles auf die erkennungsscene zwischen vater und sohn angelegt ist und darauf hin arbeitet, nicht aufnehmen konnte, weil dem die anlage seines echten überlieferten stoffes widersprach. es durfte nicht offen

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