Page images
PDF
EPUB
[ocr errors]

82, 13... als der sich nâhe biutet zuo der gluot: der brennet sich ir grôziu güete mir daz selbe tuot; 82, 19 ff.: ir schoenen lip hân ich dâ vür erkennet, er tuot mir als der fürstelin daz lieht; Johansd. 93, 29: wer hât iuch vil lieber man, betwungen ûf die nôt? Daz hât iuwer schoene die ir hânt, vil minneclichez wip; Rugge 101, 15/16: gol hat mir armen ze leide getân, daz er ein wîp ie geschuof alsô guote; Morung. 125, 1/2: kument ir liehten ougen in daz herze mîn, sô kumt mir diu nôt daz ich muoz klagen; 128, 28: und ir hôher muot, ir schoene, ir edelkeit, und daz wunder daz man von ir tugenden seit, deist mir übel und ouch lihte guot; 130, 13: wan si wil ie noch elliu lant beheren als ein roubærîn. daz machent alle ir tugende und ir schoene, die vil mangem man tuont wê; 130, 28: ir ougen klár die hânt mich beroubet und ir rôsevarmer rôter munt; 134, 6: mîn herze, ir schoene und diu Minne habent gesworn zuo ein ander, des ich wæne, ûf mîner fröuden tôt; 136, 6 ff.: und saz vor mir diu liebe wolgetâne... daz was der ougen wünne, des herzen tôt; 137, 14: ich bin siech, mîn herze ist wunt . frouwe, daz hânt mir getân mîn ougen und din rôter munt; 141, 15: mich wundert harte daz ir alse zarte kan lachen der munt ir liehten ougen diu hânt âne lougen mich senden verwunt; Reinm. 201, 10: 'daz ich siner êre weiz sô vil, daz ist mîn herzesêre'.

[ocr errors]

Der gedanke, dass wegen ihrer tugend, schönheit und güte die geliebte erhören soll, kommt bei Hausen nicht vor, er findet sich aber bei Gutenb. 71, 2. ein guot gedinge den ich hân zir tugenden der si vil begât, daz si mich lîhte niht enlât ûz ir gewalt; 77, 22: ir güete diust sô manicvalt si tæte mich nach fröiden balt; Rugge 105, 7: diu sol des mich geniezen lân, daz si sô vil der tugende tuot; Horh. 115, 33: daz `mir ir güete baz tæte. sist guot; Reinm. 190, 9: (si ist vil guot) deichz iemer sprechen sol. tuos eht einz, si lône ir lieben unde ir friunden wol; 190, 18: si hât tugent und êre: dâ von mac es werden rât.

Tugend, güte u. s. w. zwingen zur stætekeit. Sefel. 14, 32: 'mich heizent sîne tugende daz ich vil stæter minne pflege; 15, 13: ichn sach nie eine frouwen diu ir lip schôner künde hân, durch daz wil ich mich flizen, swaz si gebiutet, daz daz allez sû getân; Haus. 42, 24: nu werde schîn ob rehtiu stæte

iht müge gefromen. der wil ich iemer gegen ir pflegen: daz ist mir von ir güete komen.

Von diesen zierlichen wendungen ist bei Veldeke nichts zu finden; auch der folgende gedanke findet sich nicht bei ihm: der anblick der geliebten macht froh': Sefel. 12, 37: den tac den wil ich êren iemer durch ir willen, sô si mîn ouge ane siht; Eist 36, 21: swenn ich die wolgetânen sach, mîn senedez ungemach zergie; Haus. 45, 33: swenne si mîn ougen sân, daz was ein fröide für die swære; Fenis 82, 18: wan mich daz sehen dünket alsô guot; Rugge 105, 4/5: min lip in grôzer senfte lebt, des tages so si mîn ouge siht; Morung. 130, 37 und 131, 15: swenn aber si mîn ouge an siht, seht, sô tagt ez in dem herzen min; 132, 1/2: jâne wil ich niemer des eralten, swenn ich si sihe, mirn sî von herzen wol; 137, 10: frouwe, wilt du mich genern, sô sich mich ein vil lützel an (vgl. Rugge 103, 9): ichn trûwe den lip vor leide erwern sô si mîn ouge niht ensiht); 140, 16: swenn ichs an sihe, sô lachet ir daz herze mîn; 145, 6 alsô dâhte ich iemer frô ze sine, do ich gesach die lieben frowen mine; Reinm. 162, 20: ich enwart nie rehte vrô wan sô ich si gesach; 177, 4: und ich dich vil gerne sach (Eist 36, 36: dar zuo ich dich vil gerne schouwe); 197, 29: fröide und aller sælikeit het ich genuoc, der mich si niht wan lieze sehen. Dazu die ausdrücke für das umgekehrte jenes gedankens: Eist 34, 32: sô si mîn ouge niht ensiht, daz sint dem herzen mîn vil leidiu mare; Gutenb. 74, 15: des (leit) hân ich vil, swenn ich enbir ir süezer ougenweide; Rugge 103, 9; Reinm. 154, 5: min herze ist swære zaller zît, swenn ich der schoenen niht ensihe.

Zuerst bei Hausen finden sich die klagen über das leid, das die augen gemacht haben: 47, 15: mir habent diu ougen vil getân ze leide; 48, 30: daz tuont mir dougen mîn : der wolte ich âne sîn; Horh. 112, 5: daz habent diu ougen mîn getân; Morung. 137, 15: frouwe, daz hânt mir getân mîn ougen. - Der diesem gedanken nahe liegende, dass die augen der geliebten schaden angerichtet haben, findet sich bei Hausen nicht; wir finden ihn bei Gutenb. 78, 9; 72, 2; Horh. 114, 32; Morung. 125, 1/2; 126, 24.

Von dem dienenden verhältnisse des ritters der dame gegenüber ist bei den ältesten dichtern noch nichts zu finden; Kürenb. gebraucht das wort 'dienen' noch nicht, er

sagt 10, 21: als warb ein schoene ritter umb eine frouwe guot, bei Eist* findet sich gar keine andeutung dieses verhältnisses; bei Regensburg spricht die dame 16, 1/2: ich bin mit rehter stætekeit eim guoten ritter undertan. Anders schon Sefel. 11, 14: dirnbiutel sînen dienest dem du bist frouwe, als der lip und 14, 3/5 weist du, schoene frouwe, waz dir ein ritter enbôt? verholne sinen dienest (ähnlich Morung. 123, 12: der ich mînen lip bôt ze dienest iemer me; 142, 36: der mir dicke sînen dienest bôt; Hartm. 214, 34: dir hât enboten, frowe guot, sîn dienest der dir es wol gan); ferner 13, 3; 14, 37; Rietenb. 18, 23: und biut ir stæten dienest mîn; bei ihm auch die klage über vergeblichen dienst 19, 34: senfter wære mir der tôt danne deich ir diene vil und si des niht wizzen wil; Eist 36, 30: diu sich dâ sündet ane mir und ich ir wil gedienet hân; 39, 13; Haus. 43, 30: michn hilfet dienst noch mîner friunde rât; 46, 30: diu âne lôn mîn dienest nam; 49, 12; 53, 12: und wil dienen [hân] mit triuwen; Gutenb. 78, 6 ff. (Morung. 128, 40: und ich ie mit triuwen diente dar; Reinm. 173, 9: doch so wil ich dienen ir mit den triuwen); Veld. 57, 19; 61, 34; 67, 33: swer wol gedienet und erbeiten kan dem ergât ez wol ze guote (vgl. mit diesem gedanken Fenis 84, 3: swie vil si gesingent, mich dunket ze lanc daz biten, des zage ich an guoten dingen; 84, 31: trûren sich mit freuden gildet deme der wol biten kan; Reinm. 163, 1: zer werlte ist niht sô guot daz ich ie sach sô guot gebite swer die gedulteclichen hat, der kam des ie mit fröiden hin, dagegen 189, 22: des man ze lange beitet, daz enkumt niht wol ze guote); 68, 2: sît diende ich ir mit selhem muote daz ich zwivels nie gepflac; Gutenb. 69, 1: ze dienest ir

73, 28; 76, 30; 36: der gedinge tuot mir wol ... daz si mir gan ze dienen umbe ir hulde (ebenso Reinm. 159, 32: ich fröwe mich des daz ich ir dienen sol; 179, 16 und Fenis 81, 25: ich endiene ir gerne und durch si guoten wiben; Reinm. 189, 29: sol min dienest alsô sîn verswunden, sô sîn doch gêret elliu wîp); 79, 12: als ich gedenke daz mich niht vervât al mîn dienest, sô lide ich den kumber; Johansd. 94, 10 (sol)... mîn dienest gegen iu niht vervân; Horh. 114, 5: dâr doch min dienest vil kleine vervât; — Fenis 80, 18; 81, 2: si wil daz ich iemer dien an solhe stat dâ noch mîn dienest ie vil kleine wac und al mîn stæte gehelfen niht mac; 81, 19: ich diene ie dar da ez mich kan kleine ver

vân (Hartm. 208, 32: der ich dâ her gedienet hân... doch ez
mich wênic hât vervân); 81, 13; 81, 14: iemer mêre wil ich ir
dienen mit state und weiz doch wol daz ich sîn niemer lôn
gwinne (91, 15; 199, 22); 84, 19:] swer sô stæten dienest kunde
... dem gelunge lihte wol; 84, 27: in einer stunt so wirt es rât
daz man zehn jár gedienet hât (vgl. Mätzner, Altfranzös. lieder
s. 115: se la joie l'en demore de ce r'at grant avantage que li
biens d'une soule hore les mals d'un an rassage); Johansd. 89,
12; dar ich hân gedienet, da ist mîn lôn vil kranc (209, 5 ff.);
90, 37: noch gedinge ich, der ich vil gedienet hân, daz si mir
es lône (Reinm. 172, 21: wan daz ich des trôstes lebe wie ich
ir gediene und si mir swære ein ende gebe); 93, 35: daz mîn
dienest so iht sî verlorn; Rugge 101, 30; 38; 103, 32: daz ist
uns beiden guot gewin daz er mir wol gedienen kan und ich sîn
friunt dar umbe bin; 104, 19: doch ist ein site der niemen zimet
swer dienest ungelônet nimet; 108, 37; 109, 25; - Rute 116,

...

23;
Mor. 127, 26; 129, 4; 130, 21; 133, 8: und mînen dienest
sô verderben lât; 134, 30: er ist vil wîs swer sich sô wol ver-
sinnet daz er dienet dar, dâ man dienest wol enpfât; 135, 18;
135, 27: daz ich ir diende mit gesange; 140, 14; 30: ich binz
der ir dienen sol (Reinm. 159, 26 [ein liep] dem ich ze dienste
muoz sîn geborn, 176, 11: ich was ie der dienest dîn); 142,
17: in der helle grunde verbrünne ê ich ir iemer diende, ine
wisse umbe waz; Reinm. 151, 17: genâde suochet an ein wip
mîn dienest nu vil manegen tac; 152, 34: ist daz mir dienest
helfen sol; 157, 33; 163, 29; 164, 7: ich diende ir ie: mirn
londe niemen; 166, 19: daz min verloren dienest mich sô selten
riuwet; 166, 27: mîn dienest spot erworben hât; 169, 6; 22;
170, 6; 171, 21: und gât mîn dienest wunderliche hin. daz ge-
schach nie manne mê; 172, 30: smer dienet dâ mans nîht ver-
stât, der verliuset al sin arebeit (Spervogel 21, 21: swer lange
dienet da man dienstes niht verstât... dem wirt sîn spise harte
sûr; Mor. 134, 14: ez tuot vil wê swer herzecliche minnet an
sô hôhe stat då sin dienest gar versmât); 173, 24; 174, 17;
191, 13; 195, 14:

180, 15: unde dient ûf ungewin; 186, 12;

200, 18;

-

ouch diene ich ir swie so si gebiutet mir; 197, 23; 28; 199, 10;
Hartm. 205, 6: wan ich vil gar an ir versûmet hân
die zit, den dienst; 205, 17; 19; 206, 17; 207, 24; 208, 13;
212, 28; 218, 16.

Beiträge zur geschichte der deutschen sprache. II.

26

Dem dienste geziemt lôn:

M. F. 6, 8: sô muoz im doch gelônet sin; 5, 34: waz gît
mir dar umbe diu guote ze lône? Haus. 45, 24: (nît) den ze
rehte ein sælic wip niemer rehte vollebringet, daz si dem unge-
lônet lât der si... (Gutenb. 78, 3; Rugge 104, 19: doch ist ein
site der niemen zimet swer dienest ungelônet nimet; Reinm. 151,
23: nâ næme si sô boesen rât daz si an mir [als harte] misse-
tæte vgl. Zachers Zeitschr. IV, 71; Germ. XIX, 154); 46, 30;
49, 23: des sol ich lôn enpfân; 54, 21: lâze ab ich in ungewert,
daz ist ein lôn der guotem manne nie geschach (Reinm. 171, 21:
und gât mîn dienest wunderliche hin. daz geschach nie manne
mê; 189, 35: wæne ieh des daz mir diu ungelônet lâze, sô ge-
schahe an mir daz nie geschach). Veld. 68, 4. — Gutenb. 69,
11: und si mir lôn nâch heile gebe; 70, 6; 77, 5; 27. Fenis
81, 15; Johansd. 89, 12; 14; 90, 38; 93, 9; 94, 12. - Rugge
106, 37: daz mir ir minne lônes gnâde tæte (Reinm. 194, 33:
des muoz ich ûf genâde lônes biten); Morung. 133, 35.- Reinm.
159, 33; 164, 7; 171, 19: als rehte unsælic ich ze lône bin;
174, 23: seht wie sælic ich ze lône bin; 175, 15/16: ich bin
aller dinge ein sælic man, wan des einen da man lônen sol;
173, 34: wie mîn lôn und ouch mîn ende an ir gestê dast mîn
aller meistiu nôt; 180, 26; 189, 33; 190, 10; 195, 22; 201, 8;
30. Hartm. 206, 8; 207, 23; 208, 3; 208, 19; 22; 213, 22;

-

215, 10.

-

Dazu kommen die ausdrücke mit genade:

38, 29; 40, 25; 43, 27; 58, 20; 70, 37; 72, 21; 78, 4; 13;
83, 7; 84, 12; 89, 13; 90, 18; 91, 5; 19; 92, 22; 104, 35;
105, 10; 106, 37; 110, 30; 116, 21; 128, 4; 133, 8; 134, 25;
141, 7; 146, 6; 151, 17; 25; 158, 31; 190, 1; 194, 30; 196, 38.

Zur bezeichnung des untertänigkeitsverhältnisses
dienen auch die folgenden ausdrücke:

Eist 35, 15: vil gar ir eigen ist mîn lip; 40, 20/1: der
ich den lip hân gegeben für eigen; Gutenb. 71, 25: ich bin ir
eigen; Fenis 82, 34: lip unde sinne die gap ich für eigen;
Johansd. 89, 18: der zwein wîben wolte sîn für eigen jehen;
Reinm. 182, 18: ich hân ir niht ze gebenne wan mîn selbes lip,
derst ir eigen.

Eist 38, 34: der bin ich worden undertân; 40, 26: und
sol gedenken daz ich ir was ie vil undertân; Haus. 43, 5: daz

« PreviousContinue »