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Reverendissimi atque Perillustris Domini

Guntheri Kaliwoda, 1)

Abbatis Raigradensis etc. etc.

Heu! luctus ingens pompaque funebris

Tristi gementis pectoris halitu

Abbatis huius Raigradensis.

Exsequias peragit tremendas.

En condolentis magna frequentia
Turbae, profundis icta doloribus,

Fatale tardis ad sepulcrum
Passibus insequitur feretrum.

1) Def. 6. April 1883. Eius vitae curriculum vide: «Scriptores Ord. S.

Ben. etc. pag. 214-217.

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Am südöstlichen Ecke der alten castra Regina (Reganesburg, Ratispona) ausser der Mauer lag ein mässiger Hügel, der durch einen Bach von der Stadt getrennt wurde. Ein Georgskirchlein war in den ersten christlichen Zeiten dort erbaut worden. Als der hl. Bischof Heimramm in Regensburg den Glauben verkündete und befestigte, betete er oft in jenem Kirchlein, und wohnte vielleicht sogar schon in einer der daneben erbauten Zellen. Jedenfalls erhob sich dort, als man seinen heiligen Leib beigesetzt hatte, rasch ein Kloster, und bereits vor 737 wurden Legate dahin vermacht, wie uns Propst Arnold (de mirac. S. Emm. I. 1, Pertz Scr. IV., 549) erzählt. Unter dem Bischofe und Abte Gaubald (seit 739) konnte die erste Erhebung der hochverehrten Reliquien vorgenommen werden, worauf für dieselben ein prachtvolles Grabdenkmal errichtet

wurde. Unter Karl dem Grossen erhielten Kirche und Kloster grössere Dimensionen und Fundationen, und jederzeit sprachen Könige und Kaiser dort gerne zu; einige wählten sich neben dem hl. Emmeram ihre Grabstätte, die meisten erwiesen sich gegen das Kloster günstig und wohlthätig. Unser Jahrhundert aber brachte dem Stifte wie so vielen andern, die Auflösung, nachdem es hundert Stürme und Krisen glücklich überstanden hatte.

Die lange Reihe der Aebte, welche das ruhmreiche Kloster des hl. Emmeram über 1000 Jahre durch Glück und Unglück leiteten, ist zwar schon mehrmals veröffentlicht; gleichwohl scheint eine neue Untersuchung und Zusammenstellung nicht überflüssig, zumal für die ältere Zeit, da noch einige Differenzen auszugleichen sind. Führen wir zuerst die bekannten Kataloge, welche zu vergleichen sind, ihrem Alter nach auf.

1. Das älteste, freilich kleine Verzeichniss (A) gibt der genannte Arnold (1. c. pg. 569): Ramuold, magnae memoriae vir; Wolframmus, et ipse in mansuetudine ceterisque virtutibus Dei servus; habuit successorem ex collegio fratrum abbatem electum nomine Rihboldum. Huic successit dominus Hartwicus, magnae virtutis amicus, qui sponte deserens presulatum coenobii, reliquit abbatiam domino Burcardo regendam. Quo defuncto, divina, uti speramus, providentia necessitatibus nostris destinavit virum venerabilem pariter et amabilem, dominum Udalricum. ——— Arnold, in diesem Kloster von Jugend auf erzogen und bereits um 1022 Schriftsteller, kannte alle diese Aebte persönlich. Er war ausserdem so bewandert in den alten historischen Denkmälern seines Professhauses, dass er auch von frühern Aebten etwas erzählt hätte, wenn es deren gegeben haben würde. Allein er sagt ausdrücklich (ib. pg. 559), dass vor dem hl. Wolfgang und bis auf diesen die Bischöfe zugleich Aebte des Klosters waren und den Convent durch Pröpste und Dekane regierten. Er zählt auch (pg. 565) die Bischöfe (mit Ausnahme des Sigirich) auf und kennzeichnet diejenigen, welche zugleich Mönche waren, an verschiedenen Orten zur Genüge.-Ohne Zweifel wurden nach Arnold die Abtskataloge fortgesetzt, 1) neu durchforscht, umgeschrieben,

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1) Die s. g. annales S. Em. minores Pertz. Scr. I, 94 und besser XIII, 48 fügen schon 3 hinzu.

durch Angabe von Daten vervollständigt. Aber wir haben aus vollen 400 Jahren nichts davon, wenigstens zur Zeit.

2. Die nächste Series (wir bezeichnen sie mit B wurde erst etwas nach 1471 geschrieben, wenn auch zum Theil auf Grund älterer Vorlagen. Sie ist enthalten in einem jetzt gerade nicht auffindbaren Codex (früher cod. Emmer. Z. 32 im k. Reichsarchiv zu München) und fängt mit Abt Appolonius 697 an. Die erste und eigentliche Hand endet mit dem Amtsantritte des Abtes Johannes II. 1471; etliche andere Hände haben die Reihe bis Anselm Goudin 1725 fortgesetzt. Bei jedem Abte, selbst bei den 7 ersten angeblichen v. 697-830, ist Sterbe-Jahr und -Tag. so wie die Dauer der Regierung, freilich meist durch einfache Subtraction, angesetzt; letztere fehlt nur bei Johannes I. († 1402), und weiters mangelt jede chronologische Notiz von 1581 an. Andere Nachrichten als die trockenen Zahlen kommen nur zwei vor und diese sind irrig; nämlich nach Sigefrid 830 heisst es, dass 145 Jahre lang kein Abt mehr vorhanden war, weil mit Zustimmung der Kaiser die Bischöfe von Regensburg sich der Abtei bemächtigt hatten, bis der hl. Wolfgang den sel. Ramuold 975 als Abt einsetzte; dann dass Abt Udalrich III. 1263 vom Bisch. Leo abgesetzt wurde und später die Abtei Ahausen erhielt. Uiberhaupt leidet das Verzeichniss an so vielen Mängeln und Fehlern, dass dessen Verlässigkeit beeinträchtigt wird und erst für das 14. und 15. Jahrhundert Vertrauen einflösst. geschrieben, könnte vielleicht durch Vergleichung der Handschrift mit andern jener Zeit aus St. Emmeram eruirt werden; vielleicht war es der Abt Johann Tegernbeck selbst. Einen sorgfältigen Abdruck hat Dr. C. Roth im 4. Bändchen seiner kl. Beiträge (S. 42 ff.) besorgt.

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Wer es

3. Das dritte Verzeichniss (C) ist mit dem vorigen gleichzeitig, viel kleiner und bis jetzt ungedruckt. Es findet sich im Cod. lat. Mon. 14719, der aus St. Emmeram stammt und ursprünglich bestimmt gewesen zu sein scheint, die Reinschriften der Kapitelreden aufzunehmen, welche der Prior an Festtagen vor Abt und Convent zu halten hatte. Somit gehörte der Papiercodex wohl zur Bibliothek des dortigen Priorats. Auf leeren Blättern zwischen den für die Reden bestimmten Theilen wurden dann allmählich geschichtliche Notizen theils allgemeiner Art theils aus

den Vorkommnissen im eigenen Hause oder im Orden eingetragen. Da die erste Hand bald nach 1471 endet, so möchte man schliessen, das Buch habe dem gelehrten und vieljährigen Prior und Bibliothekar P. Conrad Pleysteiner († 1475) gedient, während die wenigen Nachträge der Hand seines Nachfolgers, des P. Dionys Menger gleichsehen. Da die Series kurz ist, und doch manch wichtigen Wink enthält, mag sie hier sogleich selbst Platz finden. Bl. 12b. Anno dni 697 Appollonius primus abb. huic loco praeficitur qui obiit 710. Cui successit Sandradus qui ob. 735. Cui successit Sigismundus Abbas qui preficitur a S. Karolo magno, qui magnifice cepit construere monasterium nostrum. [Zwischen Sandrad und Sigismund haben die andern Cataloge noch Alabold und Babo eingeschaltet, wodurch wenigstens die offenbare Lücke ausgefüllt ist. Nach Sigism. stehen bei den andern noch Richpald und Sigefrid; hier aber folgt:] Anno dňi 1163 cenobium S. Emmerammi ex parte combustum est. Anno D. 1166 ex toto combustum est et muri collapsi, tempore Adelberti sancte memorie abbatis. Anno dni 1054 Hainrico cesare 3° presente atque iubente monasterio S. Emmerammi reddita sunt bona que a Gebhardo tertio epo abbati . . . huius loci sunt ablata.

[Dann folgen chronol. Notizen über Heilige, z. B. dass S. Petrus 25 Jahre 7 Monate 8 Tage Papst gewesen, wann SS. Sixtus, Telesphorus, Polycarpus etc. gelebt; . . 612 exaltatio crucis, machmet claruit et S. Osbaldus anno dňi 742 S. erhardus eps. Fundatio superioris monasterii 814. Anno 942 S. Chunradus, Ulricus. Damit schliesst diese nicht ganz voll geschriebene Seite.

Bl. 13 stehen die eigentlichen Aebte mit 1 bis 37 (irrig) nummerirt von gleicher Hand, dann noch bis 39 von einer andern, und zwar:

1. A. D. 975 Ramuoldus abb. vixit et dedicavit criptam 980. 2. Cui successit Wolframmus 13. abbas qui iniuste deponitur 3. et Richolfus constituitur qui percussus est cecitate. A. D. 4. 1028 Hartwico abbatiam dereliquit. Qui secundo anno regiminis monasterium deseruit.

5. Cui Purchardus successit 1033 qui in die pasche rome defunctus 1038.

6. Cui Udalricus bone voluntatis amicus successit et ob. 1043. 7. Cui Ekenbertus successit et ob. 1043. Cui successit perngerus

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