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Grundform: -an; Mittelwort der Ggw. -ands, der Vggh. -ans.

A. Die Abwandlung der Vergangenheit bei den starken Zeitwörtern beruht vornehmlich auf dem tiefen Grundverhältniffe der drei Urselbstlaute a. i. u. oder i. a. u., darnach der ê. ô. iu, endlich der ei. ai. áu.

Daraus ergeben fich streng genommen 5 Reihenfolgen des Ablautes (j. oben S. 799).

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Reihe 1 umfasst nur Stämme mit zwei Mitlauten nach dem Wurzellaute, R. 2 u. 3 (in zwei Spaltungen) nur kurzfilbige Wurzeln und fämmtlich faft mit einfachem Mitlaute; R. 4 u. 5 nur Wurzeln mit langem und doppeltem Selbstlaute.

In allen Ablautsreihen werden übrigens i u. u vor r u. h (mithin auch hv) in aí u. aú gebrochen (J. S. 775), so dafs in Reihe 4 u. 5 in jenem Falle die Einzahl der Vergangenheit ái u. áu, die Mehrzahl aí u. aú aufweift Vgl. S. 775.

Nach diefen Lautverhältnissen vertheilen fich die uns zugänglichen starken Zeitwörter folgender Mafsen:

I. i; a, u; u: hvaírban, svaírban, hvaírpan; gairdan, vairthan, thaírfan (Mc. 3, 1); baírgan; fvillan, hilpan, vilvan, gildan, fviltan, hilthan (haldis, hulths etc.), filhan; brinnan, du-ginnan, af-linnan, rinnan, spinnan, vinnan, bindan, flindan, bi-vindan, finthan, hinthan (E. 4, 8), at-thinfan; fvimman, trimpan; ftiggan, bliggvan, figgvan, Stiggvan, sviggvan, figgkvan, driggkan, thrifkan, trisgan.

II. 1) a) i; a, ê; i: giban, hlifan (E. 4, 28), vidan, in-vidan, bid(j)an, fitan, bi-gitan, ïtan, mitan, sitan; kvithan, nithan; lifan, nifan, vifan; divan, fnivan, tivan, thivan; ligan, vigan, rikan (R. 12, 20), stikan, vrikan; faíhvan; fraihnan.

Letztres hat frah, frèhum; fraíbans. Divan u. fnivan haben dáu u. fnáu, Mz. fnèvun (Phl. 3, 16) u. fnivun (Mc. 6, 5. 3); von thivan kommt thêvis (Cl. 3, 22. 4, 1), vơn tivan kommt têva, têvjan etc. · Fra-ïtan hat frêt (L. 13, 30), frêtum. Vrikan läfst

vrèkum u. vrôkum (f. S. 762) oder vrakan, vròk (f. S. 762) schliefsen.

bidjan (bath) erscheint auch bidan (1 C. 7, 5) zu bida (R. 9, 13).

Neben

b) i; a, ê; u: baíran, taíran, stilan, kviman, niman, timan; brikan (gabruknan u. gabruko) u. ftikan?

2) a) u; a, ê; u: trudan, (knudan, u. f. w. ?).

b) u; a, ô; u: vulan?

III. 1) a; ô, ô; a: faran, svaran; alaŋ, malan, anan; daban, draban, graban, skaban, skapan; hlathan; agan, dragan, sakan, vakan, flahan, thvahan. Vgl. S. 807.

Dazu skapjan, hafjan, hatjan, frathjan, rathjan, skathjan, hlahjan, vahsjan, welche Gegenwart u. Befehl fchwach, Vergangenheit stark bilden.

2) a; ô, ô; ô: standan; stòth, stôthum; stôthans (1 C. 4, 11); dazu gastôthanan und -stôdjan von stathan (oder von studan, stôth etc.)?

IV. ei; ái, i; i: keian (L. 8, 6. uskijanata), keinan; dreiban, bi-leiban(láif), sveiban, greipan, veipan, hneivan, speivan; beidan, and-beitan, skreitan, fmeitan, ïnveitan, leithan, fneithan, leifan, reifan; deigan, fteigan, veigan (u. veihan), teihan, theihan, threihan, leihvan.

V. iu; áu, u; u: skiuban, hniupan, sliupan, hiufan; biudan (báuth), liudan (láuth), giutan, niutan, thriutan, driusan, kiusan, liusan, kriustan; biugan, driugan, liugan(lügen), fiukan, tiuhan, thliuhan; lukan.

Die zweite Perfon der Einzahl in der Wirklichkeitsform der Vergangenheit erhält (f. S. 799. 800) -t; das fich einfach anfetzt (wie in bart, stalt, falht, kvamt, fkapt, hôft, fôkt, fahvt; vast, last) oder ein aus vorhergehendem d, t, th ein s vor dem t entwickelt (biudan-báust, fneitan-fnáist, bigitan-bigast, v(e)itan-váist, kvithan-kvast, leithan-láist, finthan-fanst, standan-ftôst, máitan-máimáist, faltan-fáisalst, lêtan-láilôst, und selbst sáian—sáisòst: L. 19, 21).

B. Die gothifchen starken Zeitwörter, welche (f. oben S. 799) in der Vergangenheit rückan lauten (reduplicieren), verdoppeln oder wiederholen den eigentli chen Anlaut der Wurzel (Mit- oder Selbstlaut) vor der Wurzel mit folgendem ái. Von den anlautenden Selbstlauten trifft der Rückanlaut ái u. áu (dort bleibt, hier wird -ái-), von den anlautenden Doppelmitlauten haften sp, ft, hr, hl u. hv. (z. B. skáiskáid, stáistald, hláihláup), dagegen trennen fich fl, thl, fl, bl, bn, pr, fr, gr, (z. B. fáislèp, fáiflòk, fáifráis, gáigrôt, tháithlaíh; schwerlich háihláup). Uebrigens können nur Wurzeln rückanlauten, deren Selbstlaut (Inlaut) einen Ablaut der Vergangenheit enthält und eine frühere Wurzel vorausfetzt (haldan in hildan, blôtan in blatan, haitan in heitan etc.) Nach diefen Bestimmungen ergeben fich, wie fünf ablautende (J. oben S. 800), so fünf rückanlautende Abwandlungen.

I: haldan (háihald, háihaldum; haldans), valdan (váivald etc.), gastaldan (stáiftald etc.), faltan (fáifalt etc.), usalthan (áialth etc.), falthan, blandan (báibland etc.), praggan (páipragg etc.).

II: fahan (fáifah, fáifahum; fahans), hahan (háihah etc.); u. aran? (doch arjan, arida); b) flèpan (fáiflèp und fáizlèp); u. blèfan?

HI: hvôpan (hváihvòp, hváihvòpum; hvôpans), blôtan (báiblôt etc.).

IV: af-áikan (áiáik, áiáikum; áikans), láikan (láiláik etc.), thlaíhan (tháithlaíh, tháithlaíhum; thlaíhans), skáidan (skáiskáid, skáiskáidum; skáidans), háitan (háiháit etc.), máitan (máimáit etc.), fráifan (fáifráis etc.)

V: -áukan (áiáuk, áiáukum; áukans), hláupan (hláihláup etc.), stáutan (stáistáut etc.), flautan (fáifláut); u. báutan (báibáut etc.)?

C. Eine dritte Reihe bilden folgende starke Zeitwörter, welche gleichzeitig in der Wurzel ablauten und doch auch rückanlauten.

VI: flèkan (fáiflök, fáiflòkum; flèkans), têkan (táitôk etc.), rèdan (ráirôth, ráirôdum etc.), grêtan (gáigrôt etc.), lètan (láilôt etc.), u. etwa blèfan??

Sáifvôr (Mc. 6, 19) ist eine fälschlich erlesene Unform. Sieh die Anmerkungen (S. 602).

VII: láian (láilô, láilðum; láians), fáian (fáisò etc.), váian (váivô etc.), auch fáian?? máian??

VIII: báuan (báibô? neben báuáida), bnáuan (báibnô?)

D. Vierzehn Starke Zeitwörter haben ihre ursprüngliche Gegenwart aufgegeben oder eingebüfst, geben ihrer ablautenden Vergangenheit die Bedeutung der Gegenwart, wenn fchon eine von der der zu Grunde liegenden Wurzel fein abweichende. Veitan heifst ursprünglich jehen (videre, čidɛiv), váit ich fah und weil ich fah ich weifs, oisa). Ihre Vergangenheit bilden fie alsdann fchwach fort, fo wie aus der Mehrzahl der Vergangenheit eine neue Grundform, die oft nochmals nach der dritten fchwachen Abwandlung fortschreitet (munan-munáida, kunnan-kunnáida, vitan-vitáida etc.; vergl. visan—visáida, liugan—liugáida etc.). I: (Ïnnan), ann (ich günne), unnum; unnans; unnan.

(Kinnan), kann (ich kenne), kunnum; kuntha, kunths; kunnan.

(Thairban), tharf (ich bedarf), thaúrbum; thaúrfta, thaúrfts; thaúrban. (Dairfan), gadars (ich wage), daúrfum; daúrfta, daúrsts; daúrfan.

II: (Skilan), fkal (ich foll), skulum; skulda, skulds; skulan.

(Minan), man (ich finne), munum; munda, munds; munan.
(Migan?), mag (ich vermag), magum; mahta, mahts; magan.
(Naihan?), bi-nah (ich muss), naúhum; naúhta, naúhts; naúhan.

III: (Agan), ôg (ich fürchte), ôgum; ôhta, ôhts; ôgan.

(Matan), mot (ich kann), môtum; môsta, mosts?, môtan.

IV: (Eigan), áig u. áih (ich habe), áigum u. áihum; áihta, áihts; áigan.
(Veitan), váit (ich weifs), vitum; vissa, vis oder vits?; vitan.
(Leifan), láis (ich weifs), lifum; láifta? lifts? lifan?

V: (Diugan), daug (ich tauge), dugum; daúhta, daúhts?, dugan.

Die zweite Perfon der Einzahl in der Vergangenheit ist kan(n)t, wie ran(n)t, etc. (J. oben S. 774).

Von ògan ift die Befehlsweife ôgs (L. 1, 13. 30. J. 12, 15. R. 11, 20. 13, 4), die Mehrzahl ògeith (Mt. 10, 26) wie kunneith (Mc. 13, 19. J. 15, 18), gamuneith (J. 15, 20), wenn dies nicht Möglichkeitsformen find wie ôgeis (R. 13, 3); gleich viOb aber wie ôgs auch mags, mans, kanns?

leis etc.

Kunnan bildet ftatt kunnida-kuntha, daúrfan-daúrsta, thaúrban-thaúrfta, magan-mahta, nahan-nahta, ôgan-ôhta, áigan-áihta; skulan-skulda, munanmunda; mòtan-môfta und vitan fogar viffa.

E. Zu diefen vierzehn tritt als fünfzehnte die zu vifan (vas, vêsum; visands, vilans) gehörige Gegenwart (mit Vergangenheitsbiegungen) eines nicht mehr vorhandenen sijan (? oder seian?), dus feine Einzahl selbst schon von andrem Stamune nimmt oder ergänzt, wie folgt:

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F. Das Zeitwort vilj-an (wollen, von vilja; von veilan? wozu váila gehört?), das nur in der Möglichkeitsform der Vergangenheit gebräuchlich ist (für die Gegenwart verwendet!), bildet in vilda gleichfalls eine nur schwache Vergangenheit (S. 806).

II. Die fchwache Abwandlung.

Die gothifche fchwache Abwandlung umfafst nur abgeleitete Stämme. Die Perfonenbiegungen der Gegenwart ftimmen aber mit der starken Abwandlung und genau genommen auch für die Vergangenheit, nur dafs diefe nach S. 801 nicht den An- oder den Inlaut (durch Ablaut oder Rückanlaut) ündert, fondern an den Auslaut der Wurzel vor der Perfonenbiegung ein d (im Mittelwort der Vergangenheit th, das aber auch zum d fortschreitet) einschaltet, fo dafs fich hiernack die fchwache Abwandlung im Allgemeinen fo gestaltet:

Gegenwart.

Vergangenheit.

Möglichkeit. Wirklichkeit. Möglichkeit.
-dèd-jáu.

Einz. 1. (Selbstlaut). (Selbstlaut). -da.

Wirklichkeit.

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Befehl.

-S.

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(Selbstlaut).

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-ts.

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-m.

Mz. 1.
2. -th.

3. -nd.

-ma.
.th.

-na.

-dèd-eima.

-dèd-uth. -dèd-eith.

-dèd-un. -dèd-eina.

Grundform: -n; Mittelwort der Ggw. -nds, der Vgght. -ths.

-th.

Nach dem den Biegungen vorausgehenden Selbstlaute i. ò. ái. gestalten fich drei Abwandlungsarten, die fich befonders in der Vergangenheit klar fchei den (nafida, falboda, habáida).

Erfte fchwache Abwandlung.

Wie bei der Beugung des Haupt- und Eigenfchaftswortes (S. 781. 785. 791.) entscheidet auch hier Kürze oder Länge der Wurzelfilbe über Verschmelzung des vor dem i der Biegung eintretenden i (j) mit jenem zu ei oder zum Beibehalten des j. Kurzfilbige Wurzeln haben ji, langfilbige (durch langen Selbfilaut oder Doppelmitlaut) ei und zwar in der 2. u. 3. Perfon der Einzahl in der Gegenwart, der 2. P. der Mehrzahl in der Gegenwart und der Befehlsweife. In diefer aber geht auch schon die 2. P. der Einzahl stets auf ei aus, bis auf hir-i (Mc. 10, 21. L. 18, 22. J. 11, 34.

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43. 1 C. 4, 16. 7, 2).
f. S. 775; hrôpjith: L. 9, 39. hat fich als falfch erwiefen.

Auffallend find hrukeith (J. 18, 18) u. brukeith (1 Tm. 1, 8):

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2. nas-jats, fok-jats. nas-jáits. nas-idêduts. nas-idêdeits. nas-jats, fök-jats.

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Mz.

1. nas-jam, fôk-jam. nas-jáima. nas-idêdum. nas-idêdeima. nas-jam, fök-jam. 2. nas-jith, fök-eith. nas-jáith. nas-idêduth. nas-idêdeith. nas-jith, fôk-eith.

3. nas-jand, fok-jand. nas-jáina. nas-idêdun. nas-idêdeina.

Grundform: nas-jan, fôk-jan; Mittelwort der Ggw. nas-jands, fôk-jands, der Vggh. nas-iths, fôk-iths.

I. Zu erften Weife (mit kurzem Wurzelfelbftlaute) gehören:

1) arjan, farjan (sieh faran), varjan, gavardjan, aljan, saljan, valjan, talzjan, thanjan, bi-vandjan; gramjan, us-hramjan, tamjan; us-skavjan, af-hvapjan; fra-atjan, hvatjan, latjan, matjan, natjan, fatjan, hatjan (neben hatan), laúhatjan, svògatjan, káupatjan (Vggh. káupasta), skathjan, frathjan, nasjan, vasjan, hazjan, ufarassjan; gathvastjan; in-agjan, lagjan, thragjan, vagjan, áudagjan, managjan, rakjan, vakjan, vrakjan; ahjan, fullafahjan, tahjan, thlahsjan?, gaaggvjan?.

2) hirjan (f. oben); af-hrisjan, vlizjan;

3) huljan, faúr-muljan, fuljan; hunjan, glitmunjan (u. laúhmunjan?), tundvjan; futhjan, ufartrusnjan, hugjan, huhjan, kukjan, bugjan u. brukjan (/. oben).

4) stráujan (stráujith, stravida), táujan (táujith, tavida), dáujan (dáujith, dáuïda, dáuïths; dáuths, dáuthus, dáuthjan, dáuthnan), ga-kviujan (kvivida), ana-niujan (nivida), siujan (sivida); stôjan (stáuïda).

II. Zur zweiten Weife (mit irgend wie langer Wurzelfilbe) gehören folgende :

1) tarnjan, tarmjan, varmjan, tharbjan, at-fnarpjan; ga-hardjan, fra-vardjan, marzjan, ga-vargjan, ga-tarhjan; balvjan, malvjan, valvjan; valtjan, balthjan, talzjan; brannjan, kannjan, rannjan; manvjan; sandjan, tandjan, vandjan, bandvjan, anananthjan; faúr-dammjan, ana-vammjan, namnjan, bi-mampjan; bi-abrjan, ga-haftjan, skaftjan, gathrafstjan; daddjan, skadvjan, laúhatjan; fvògatjan, káupatjan, framathjan, usfratvjan, mathljan, gathvastjan, ufarafsjan, tagrjan, us-agljan, ga-nagljan, ga-fahrjan, rahnjan, andbahtjan, anamahtjan, gafrisahtjan, thlahsjan; draggkjan, faggkjan, thaggkjan, stagkvjan, af-fvaggvjan, ga-aggvjan.

2) gairnjan, ga-gavaírthjan, aírzjan, váifaírhvjan, baírbtjan, mikiljan, tímrjan, gablindjan. fvinthjan, dis-vinthjan, plinsjan, klismjan, us-kviftjan, rikvizjan; ibnjan, figljan, rignjan, garaihtjan.

3) gaúrjan, kaúrjan, haúrnjan, andvaúrdjan, ubilvaúrdjan, maúrthrjan, thaúrsjan, maúrgjan, vaúrkjan, faúrhtjan; fulljan, dulthjan, tulgjan, glitmunjan, gasvikunthjan, hunsljan; ana-kumbjan; knussjan, barusnjan, ufar-trusnjan, huzdjan, ïntrusgjan, usvalugjan, ïn-raúhtjan, huggrjan, thuggkjan.

4) mêrjan, un-vèrjan, tuz-vèrjan; mėljan; vênjan, lêvjan, skêvjan, gatêvjan; gaun-lèdjan, fètjan; svègnjan, nèhvjan; aívaggêljan, praúfètjan.

5) gôljan, sipônjan; dômjan, drôbjan, hrôpjan, vôpjan, fòdjan, rôdjan, ana- u. du

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