Hiatus und Synaloephe bei Otfrid

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W. Kohlhammer, 1909 - 72 pages
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Page 1 - Aptam enim in hac lectione et priori decentem et consimilem quaerunt verba in fine <80> sonoritatem, et non tantum per hanc inter duas vocales, sed etiam inter alias literas saepissime patitur conlisionem sinaliphae; et hoc nisi fiat, extensio sepius literarum inepte sonai dicta verborum.
Page 6 - Lachmann selbst hat die frage in seinen Iweinanmerkungen mehrfach berührt und einige durchgreifende gesichtspunkte für die synalöphe aufgestellt, ohne jedoch für alle fälle den genauen beweis zu bringen. Zu Iwein 866 (s. 397) bemerkt er: 'Dass in den senkungen, die erste allenfalls ausgenommen, das auslautende schwache -e zweisilbiger wörter, deren erste lang ist, nicht mit dem folgenden vokal verschleift, sondern verschwiegen werden muss, folgt daraus, dass nur gewichtlose wörter so gesetzt...
Page 2 - haben gezeigt, dass die dichter lateinischer rhythnien aller zeiten den hiatus prinzipiell beseitigt haben. Das ist bei Otfrid nun eben nicht der fall. Der hiatus wird in weitem umfang gemieden, aber in bestimmten grenzen ist er gestattet. Hierin haben wir deutschen Sprachgebrauch zu erkennen. Ihm ist es nicht in den sinn gekommen, der lateinischen praxis zuliebe irgend etwas sprachwidriges zuzulassen.
Page 1 - Patitur quoque metaplasmi figuram nimium, non tamen assidue, quam doctores grammaticae artis vocant sinalipham, et hoc nisi legentes praevideant, rationis dicta deformius sonant, literas interdum scriptione servantes, interdum vero ebraicae linguae more vitantes, quibus ipsas litteras ratione sinaliphae in lineis, ut quidam dicunt, penitus amittere et transilire moris habetur; non quo series scriptionis huius metrica sit subtilitate constricta, sed schema omoeoteleuton assidue quaerit.
Page 1 - Sie findet sich nicht nur zwischen vokalen sondern auch zwischen konsonanten und zwar in einer von der lateinischen elision über m durchaus abweichenden weise. Sie ist in der aussprache der gewöhnlichen prosaischen rede begründet.
Page 8 - Diese arbeit ist die bisher letzte behandlung dieser fragen. Hier findet sich zum erstenmal eine allgemeine regel (s. 72, § 50): 'Die allgemeine regel ist, dass der auslautende vokal der endsilben und der selbständigen wörter mit kurzem vokal unterdrückt wird, dagegen langer vokal oder diphthong selbständiger wörter standhält.
Page 1 - Olfrid in den theoretischen ausführungen der vorrede an Liutbert nicht nur die anschauungsweise der lateinischen grammatik herübernahm, sondern sich auch ausschliefslich der terminologie und phraseologie der damaligen Schulgrammatiker bediente.
Page 3 - Gedanken von deutschen verseil' 1692, s. 92: 'wenn ein vocalis in der pronunciatione prosaica verbissen, und, wie man zu reden pfleget, elidiret wird, so gibt es im verse keinen guten klang, wenn er soll ausgesprochen werden. Drum habe ich noch die zeit meines lebens keinen solchen vers gemacht: -Das erste ist das schöne affit, Das andere ist die große ehre. Ich liebte ernstlich deine lehre, Nun loben wir dich insgesamt.
Page 6 - I, 359 der forschung das problem gestellt: 'Da also die zählung der silben für den hd. vers auch wichtig ist, so haben die dichter natürlich die elision der vokale und manche verkürzungen der wörter, wie sie die gewöhnliche sprache gab, in ihren versen angewandt: und es ist zu untersuchen, wieviel dieser art sie erlaubt oder dem wohlklang zuträglich fanden.
Page 6 - ... deren erste lang ist, nicht mit dem folgenden vokal verschleift, sondern verschwiegen werden muss, folgt daraus, dass nur gewichtlose wörter so gesetzt werden, nachdrückliche höchstens bei dichtern, die überhaupt stärker abkürzen. Otfrid hat einige wenige wörter, nur verba und partikeln, so gebraucht, die er auch zuweilen kürzt: die schwereren sind nur in der ersten senkung.

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