Luther's Lehre vom ethisch-religiösen Standpunkte aus und mit besonderer Berücksichtigung seiner Theorie vom Gesetze

Front Cover
L. Schleiermacher, 1879 - 670 pages
0 Reviews
Reviews aren't verified, but Google checks for and removes fake content when it's identified
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Other editions - View all

Common terms and phrases

Popular passages

Page 567 - Weil es denn einem jeglichen auf seinem Gewissen liegt, wie er glaubt oder nicht glaubt, und damit der weltlichen Gewalt kein Abbruch geschieht, soll sie auch zufrieden sein und ihres Dinges warten und lassen glauben so oder so, wie man kann und will, und niemand mit Gewalt dringen. Denn es ist ein freies Werk um den Glauben, dazu man niemand kann zwingen.
Page 290 - Das weltliche Regiment hat Gesetze, die sich nicht weiter strecken, denn über Leib und Gut, und was äußerlich ist auf Erden. Denn über die Seele kann und will Gott niemand lassen regieren, denn sich selbst allein. Darum wo weltliche Gewalt sich vermißt, der Seele Gesetz zu geben, da greift sie Gott in sein Regiment und verführet und verderbet nur die Seelen.
Page 152 - Ist der Glaube und Vertrauen recht, so ist auch dein Gott recht, und wiederum, wo das Vertrauen falsch und Unrecht ist, da ist auch der rechte Gott nicht. Denn die zwei gehören zuhaufe, Glaube und Gott. Worauf du nu, sage ich, dein Herz hängest und verlässest, das ist eigentlich dein Gott.
Page 151 - Daher auch achte ich, wir Deutschen Gott eben mit dem Namen von Alters her nennen (feiner und artiger denn kein andere Sprach) nach dem Wörtlein: Gut, als der ein ewiger Quellbrunn ist, der sich mit eitel Güte übergensset und von dem alles, was gut ist und heisset, ausfleusst.
Page 302 - Macht, sie zu zwingen, daß sie Schulen, Predigtstühle, Pfarren halten. Wollen sie es nicht zu ihrer Seligkeit thun noch bedenken, so ist EKFG da, als oberster Vormund der Iugend und Aller, die es bedürfen, und soll sie mit Gewalt dazu halten, daß sie es thun müssen; gleich als wenn man sie mit Gewalt zwingt, daß sie zu Brücken, Steg und Weg oder sonst zufälliger Landesnoth geben und dienen müssen.
Page 425 - Atque ut maior vis sita est in verbo quam signo, ita maior in testamento quam sacramento: quia potest homo verbum seu testamentum habere et eo uti absque signo seu sueramento.
Page 305 - Nun habe ich droben gesagt: der gemeine Mann thut hier nichts zu, kann's auch nicht, will's auch nicht, weiß auch nicht. Fürsten und Herren sollten's thun; aber sie haben auf dem Schlitten zu fahren, zu trinken und in der Mummerei zu laufen und sind beladen mit hohen, merklichen Geschäften des Kellers, der Küche und der Kammer.
Page 609 - Aber über die alle geht die eheliche Liebe, das ist eine Brautliebe, die brennet wie das Feuer und sucht nicht mehr denn das eheliche Gemahl, sie spricht ,Ich will nicht das Deine, ich will weder Gold noch Silber, weder dies noch das, ich will dich selber haben, ich wills ganz oder nichts haben'.
Page 475 - Sünden wäre das Leben und Seligkeit nicht da. So fassen die Worte erstlich das Brot und den Becher zum Sakrament, Brot und Becher fassen den Leib und Blut Christi, Leib und Blut Christi fassen das neue Testament, das neue Testament fasset Vergebung der Sünden, Vergebung der Sünden fasset das ewige Leben und Seligkeit.
Page 368 - Gutes zu thun, jedermann zu dienen, allerlei »zu leiden, Gott zu Liebe und zu Lob, der ihm solche „Gnade erzeiget hat; also daß unmöglich ist, Werke vom „Glauben scheiden, ja so unmöglich, als Brennen und „Leuchten vom Feuer mag geschieden werden...

Bibliographic information