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beit unterliegen wollen, sondern ich wäre ohne sie auch gar nicht im Stande, mein Ziel zu erreichen. Denn, nicht eine bloße Aufzählung und Erklärung der althochdeutschen Wörter beabsichtige ich durch den von mir angekündigten Sprachschak, sondern eine, so weit als es möglich ist, vollständige Aufstellung der hochdeutschen Wortwurzeln, an die der ganze Bestand an Wörtern und Formen unsrer Muttersprache in ihrem ål testen und unverdorbenen Zustande, sowohl der Ableis tung als der Zusammenseßung nach, angereiht werden soll, eine Nachweisung der Funktionen jedes Buchstaben in der deutschen Wortbiegung und Wortbildung, eine Angabe der mundartlichen Abweichungen, eine Entwickelung der ursprünglichen Bedeutung der Wdrter, alles unmittelbar aus den Quellen geschöpft und nachgewiesen, und hiedurch Belebung des abgestorbenen Sinnes unsrer heutigen Sprache, die dem größten Theile nach nur als eine Sammlung willkührlicher Zeichen erscheint, und Aufklärung über den gemeinschaftlichen Ursprung und Zusammenhang des Deutschen, Griechischen und Lateinischen das ist das Ziel, das ich meiner Arbeit gesteckt habe. Daher muß ich, nicht allein der Vollständigkeit wegen, sondern auch zur Sicherung der oft einzeln stehenden Formen und Bedeutungen, des ganzen Vorraths unsrer Sprachdenkmåler, bis auf einzelne Gloffen hinab, mich zu be mächtigen suchen. Wie könnte ich dieses ohne bereit willige Hülfe und Mitwirkung und Belehrung von Seiten derjenigen, die jene Denkmäler bewahren, oder durch deren Gelehrsamkeit oder Einfluß mir die Wege zu meinem Ziele geöffnet und gebahnt werden müssen? Mit Ausnahme weniger Fälle, wo unbeholfene Peinlichkeit oder tråge Unkunde oder kleinliche Selbstsucht mir in den Weg trat, habe ich bis jezt diese Unterstüßung auf die erfreulichste Weise erfahren und ich statte hiemit Allen, die theils durch Rath und Belehrung freundlich mich leiteten, theils zuvorkommend und bereitwillig mir ihre literarischen Schäße mittheilten,

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theils durch Gefälligkeiten aller Art meine Nachfors schungen erleichterten und beschleunigten, meinen vers ehrungsvollsten und wärmsten Dank ab, namentlich ben HH.

Prof. Arndt zu Bonn, Dr. Becker zu Offenbach, Rektor Beischlag zu Augsburg, Hofrath Benecke zu Göttingen, Prof. Berndt zu Bonn, Dr. Bdhmer zu Frankfurt a. M., Hofrath Creußer zu Heidelberg, Prof. Diez zu Bonn, Bibliothekar Docen zu München, Engelhardt, chef du bureau de la police zu Straßburg, v. Fichard zu Frankfurt a. M., Sekretär Fuchs zu Edln, Bibliothes kar Gail zu Paris, Rektor Gråter zu Ulm, Prof. Griepenkerl zu Braunschweig; Bibliothekaren J. und W. Grimm zu Caffet, Regierungsassessor v. Groote zu Edln, Prof. v. d. Hagen zu Berlin, Bibliothekar Hase zu Paris, Hofrath Haug zu Stuttgart, Prof. Heinrich zu Bonn, Dr. Herling zu Frankfurt a. M., Prof. Herrenschneider zu Straßburg, Prof. Hüllmann zu Bonn, Archivar Hüser zu Arnsberg, Jung, superieur du collège zu Straßburg, Prof. Klein zu Coblenz, Dr. Kloß zu Frankfurt a. M., v. Küster, königl. preuß. Gesandten zu München, Prof. Lachmann zu Berlin, Archivar Lacomblet zu Düsseldorf, Hofrath Lebret zu Stuttgart, Prof. Lehne zu Mainz, Grafen von Lust, königl. preuß. Geschäftsträger zu Stuttgart, Kammerherrn v. Malzahn, königl. preuß. Geschäftsträger zu Darmstadt, Dr. v. Marchand zu Mez, Bibliothekar de St. Martin' zu Paris, Dr. Maßmann, zur Zeit zu Heidelberg, Geh. Rath v. Matthisson zu Stuttgart, v. Merian zu Paris, Präsident v. Meusebach zu Berlin, Hofrath Molter zu Carlsruhe, Prof. Mone zu Heidelberg, Bibliothekar Moser zu Stuttgart, Appellationsrath Müller zu Edin, Generalpostmeister v. Nagler, königl. preuß. Gesandten am Bundestage zu Frankfurt a. M., geb. Staatdz

rath Nicolovius zu Berlin, geh. Staatsrath Niebuhr zu Bonn, Bibliothekar Remusat zu Paris, Prof. Rogge zu Tübingen, Prof. Schacht zu Mainz, Sekretär Schäfer zu Darmstadt, Hofrath Scherer zu München, Hofrath W. v. Schlegel zu Bonn, Rath Schlosser zu Frankfurt a. M., Ob. Lieutenant Schmeller zu München, Prålat Schmidt zu Ulm, Bibliothekar Schrettinger zu München, Hofrath Schreiber zu Baden, Geh. Ober-Regierungsrath Dr. J. Schulze zu Berlin, Prof. Schwab zu Stuttgart, Domherrn Schwarz zu Trier, Prof. Schweighäuser zu Straßburg, Minister v. Stein zu Nassau, Medizinalrath Stoll zu Arnsberg, Geh. Rath Strecker zu Darmstadt, v. Stromberger zu Coblenz, Geheimen Staatsrath Süvern zu Berlin, Reg. Rath Suvern zu Coblenz, Prof. Tronke zu Coblenz, Dr. Uhland zu Stuttgart, Hofrath Voß zu Heidelberg, Hofrath Weißel zu Wisbaden, Prof. Welker zu Bonn, v. Werther, königl. preuß. Gez sandten zu Paris, Reg. Rath Westphal zu Trier, Prof. Wittenbach zu Trier, Sekretär Zimmermann zu Wisbaden.

Diese mir bisher von allen Seiten bewiesene Theilnahme an meinem Unternehmen, so wie die durch Grimm's Meisterwerk bewirkte und immer allgemeiner werdende Anerkennung, nicht nur überhaupt einer deutschen Philologie, sondern auch des Einflusses, den ein gründliches historisches Studium der deutschen Sprache auf das Studium der griechischen und lateinischen Sprache hat *), lassen mich hoffen, daß auch den Nachforschungen und Arbeiten auf meiner fernern Reise Würdigung und Beförderung, und da, wohin ich aus Mangel an Zeit und Geld nicht kommen kann, eine

*) Schon habe ich fast überall in den Hånden der Philologen neben Grimms Grammatik auch meine Abhandlung über die althochdeutschen Pråpositionen gefunden.

gefällige Gewährung meiner Bitte zu Theil werden wird,

mir von deutschen Sprachdenkmälern des 8ten bis 11ten Jahrhunderts, und sollten es auch nur einzelne deutsche Glossen seyn, eine buchstäblich treue Abschrift mit Beilegung eines fac simile von etwa 10 Wörtern, nach Königsberg in Preus Ben hinüberzuschicken.

Zu diesem Behufe nehme ich mir die Freiheit, die HH. Bibliothekare darauf aufmerksam zu machen, daß vorzüglich in den lateinischen Commentaren zur Bibel, zu den can. apost. und concil. und decret. papp., in den Werken des Alcuinus, Aldhelmus, (felten in denen des Ambrosius) Arator, Beda, Boetius, Donatus, Fulgentius, Gregorius, Hieronymus, Isidorus, Juvencus, Orosius, Phocas, Priscianus, Prudentius, Sedulius, Smaragdus, mitunter auch in Handschriften des Horaz und Virgil, deutsche Glossen, oft freilich nur sehr sparsam und kaum unter der Menge lateinischer Glossen bemerkbar *), theils im Context, theils zwischen den Zeilen, theils am Rande sich vorzufinden pflegen.

München, in der Charwoche 1826.

Graff.

*) Oft werden sie durch die häufige Geheimschrift, welche für die Vokale den ersten oder zweiten auf sie im Alphabet folger den Consor anten seßt, und sowohl deutsche als lateinische Wörter auf diese Weise schreibt, 3. B. emprf statt amore, tlxf stått tiuf, noch schwerer zu erkennen.

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