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Ihr Vetter Heinrich Borwin I. († 1227) und dessen sämmtliche Nachkommen weltlichen weltlichen Standes führen nur Wappensiegel, mit Ausnahme der beiden Pribislave von Richtenberg und Doberen. (Vergl. Fig. 207).

Die Jungherrensiegel unterscheiden sich von den Regenten-Siegeln entweder nur durch die Gröfse, oder zugleich durch die Form des Siegels.

Heinrich I., Fürst von Meklenburg († 1300), führt als domicellus ein schildförmiges Siegel von 60 mm Länge mit der Umschrift: S. Henrici. Filii. Ioh'is Dni. De. Slavia. Das schildförmige Regentensiegel ist 75 mm lang und trägt die Umschrift: † Sigillum. Domini. Heinrici. Magnopolensis.

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Sein Sohn Heinrich II. († 1329) führt als Jungherr ein schild förmiges Siegel von 70 mm Länge mit der Umschrift: † S. Hinrici. Domicelli. Magnopolensis., als Regent (1300) ein rundes Siegel von 70 mm Durchmesser mit dem Wappenschilde. Umschrift: † S. Hinrici. Dni. Magnopolensis. Iunioris.

Die Grafen von Württemberg führten zuerst seit 1238 Wappensiegel. Dann eröffnet Graf Eberhard I. (1316) die

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Reihe der Reitersiegel mit einem solchen von 72 mm Durchmesser. Ihm folgen: Graf Ulrich III. (1325-1344), zwei verschiedene Reitersiegel von 87 und 90 mm; Graf Eberhard II. (1344--1392), Reitersiegel von 75 mm; Graf Ulrich IV.

(1344 1366), Reitersiegel von 77 mm Durchmesser. Die folgenden Herrscher gebrauchen nur Wappensiegel.

Standbildsiegel.

Der Urheber des Standbildsiegels 1) ist Kaiser Otto III. Er führt ein solches mit dem kaiserlichen Titel, also wohl seit Mai oder Juni 996. Das Siegel ist rund, hat einen Durchmesser von 73 mm und zeigt auf einer Erhöhung den Kaiser gekrönt, mit dem auf der rechten Schulter gehefteten Mantel und langem Unterkleid, in der Rechten eine Lanze, mit der Linken den Reichsapfel (ohne Kreuz) emporhebend. Umschrift: † Otto. Di. Gratia. Romanou. Imp. Aug.

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Der Bayernherzog Heinrich führt 1045 ein sehr ähnliches rundes Siegel (Fig. 201) *) von 75 mm Durchmesser, mit seinem Bilde in ganzer Figur auf einem durch einige wellige Linien angedeuteten Boden stehend, mit auswärts

1) Das spitzovale Standbildsiegel des Markgrafen Gero an dem Stiftungsbriefe für das Kloster Gernrode von 964 (mit der Umschrift: † Sigillu(m). s. Marchionis) muss als unecht verworfen werden. Nach einer Originalzeichnung des Herrn Otto Hupp in Schleissheim.

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gestellten Füssen, als ob er im Schreiten begriffen sei, be-
kleidet mit einem Rock, bis an die Kniee reichend, einem
auf der rechten Schulter geknüpften Mantel, von dem ein
Zwickel, von der linken Seite her, über die Brust gelegt ist.
In der Rechten hält er eine bewimpelte Lanze, in der Linken
den spitzovalen Schild mit einem sternartigen Buckel und
einem nach den Spitzen des Schildes gehenden Beschlage.
Umschrift: HEINRICUS. BAVVARIORUM. DUX.

Herzog Konrad von Zähringen siegelt 1140 mit einem
runden Siegel von etwa 75 mm Durchmesser, mit ganzem
Bilde, stehend, in der Rechten ein Schwert haltend.
Sein Neffe und Nachfolger, Herzog Berthold IV. Bertolfus

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gebe ich das dritte dieser Siegel von 89 mm Durchmesser mit dem Standbilde des ritterlich gerüsteten Markgrafen. Der Schriftrand ist schüsselförmig erhöht (vergl. S. 99). Umschrift: Adalbertus. Di. Gra.Brandeneburgensis. Marchio.

Fig. 203. Ueberrest des runden Siegels des Fürsten Kasimir von Pommern, an einer Urkunde von 1170. Nach einem besser erhaltenen Exemplare von 1174 wird das Siegel im Meklenb. Urkundenbuch wie folgt beschrieben: ,,An einer Schnur von ungebleichten linnenen Fäden hängt des Fürsten ziemlich gut erhaltenes Siegel von ungeläutertem Wachs mit braunem Firnifs überzogen; es enthält das Bild eines stehenden mit Helm, Ringpanzer und Schwert gerüsteten Mannes mit dem Speere in der rechten und dem Schilde in der linken Hand und die Umschrift: Kazimerus. Dei. Gra. Pomeranor. Princeps."

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Fig. 204 Siegel des Herzogs Heinrich I. des Bärtigen von Breslau (1201-1238). Der Herzog in ganzer Figur zu Fufs, mit Lanze und Schild. Umschrift: Sigillum. Henrici. Ducis. Zlesie.

Herzog Boleslaw II. von Schlesien führt 1244 ein rundes Siegel von 67 mm Durchmesser, mit dem Bilde des Herzogs, stehend, barhäuptig mit Schwert und Schild, zwischen zwei Thürmen, aus deren jedem ein blasender Thürmer halb herausragt. Umschrift: † SIGILLUM. BOL'SLAI. DUCIS. SLEZIE. Sein Bruder Herzog Heinrich III., der vorher einfache Standbildsiegel geführt hatte, gebraucht 1253 ein rundes. Siegel von 74 mm Durchmesser. Der Herzog, barhäuptig, mit Schwert und Schild, steht in einem Portale aus zwei Säulen,

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