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Fig. 247: Rundes Helmsiegel des Grafen Heinrich von Beichlingen an einer Urkunde von 1328. Der Helm ist von zwei gleichförmigen Schilden beseitet. Umschrift: † S. Dei. Gracia. Heinrici. Comitis. In. Bichelingen.

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Bis Mitte des 13. Jahrhunderts war die Entwickelung des Typus der Wappensiegel wesentlich von der Entwickelung des Wappenwesens abhängig. Das Auftauchen des Schildsiegels, des Helmsiegels markiert gewisse heraldische

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Fig. 247.

Epochen, die mit dem Siegelwesen nur in einem ganz äufserlichen Zusammenhange stehen. Von nun an aber vertauschen die Factoren ihre Rollen: bedeutsame Neuerungen der Wappenkunst vollziehen sich auf dem Boden der Sphragistik, nach dem Aufhören des militärischen Gebrauchs der Wappen

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werden diese lediglich durch den sphragistischen Gebrauch lebens- und entwickelungsfähig erhalten.

Die erste dieser sphragistischen Rückwirkungen auf die Wappenkunst ist zugleich die wichtigste und folgenreichste: die Verbindung der bisher isoliert bestehenden Zeichen für

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Schild und Helm zur Einheit, zum Wappen. Das Vollwappen tritt in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts auf. Die ältesten Siegel dieser Art sind:

Walther Herr von Geroldseck (bei Lahr) führt 1253 ein rundes Siegel von 63 mm Durchmesser mit Vollwappen (Schild gelehnt). Umschrift: †S. Walteri. Dni. De. Gerolteseck.

Fig. 248: Siegel des Grafen Heinrich von Regenstein v. 1258 mit ganzem Wappen.

Fig. 249: Siegel des Grafen Ludwig des III. von Oettingen, 1258 vorkommend. Schild, mit dem am linken Eck quer aufgesetzten Helm.

Lodewici. De. Otingen.

Umschrift: Sigillum. Comitis.

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Weiter hat sich auf dem Boden der Sphragistik das heraldische Prachtstück der Schildhalter entwickelt.. Das Vorbild der Schildhalter haben wahrscheinlich die PortraitStandbildsiegel (z. B. Fig. 204 auf S. 257) gegeben. Schon gegen Ende des 13. Jahrhunderts findet man in Begleitung der Schilde Figuren, die nicht mehr die Bildnis-Eigenschaft haben.

Fig. 250: Siegel des Heinrich von Scharfeneck vom Jahre 1292: Zwei weibliche Gestalten legen eine Hand auf die Brust, die andere, zugleich eine Blume tragend, auf den Schild. Umschrift: S. Henrici. De. Scharfenekke.

Fig. 251: Siegel des Pfalzgrafen Ludwig bei Rhein, Herzogs in Bayern von 1399. (Beyer'sches Siegelbuch). Eine im Grünen

gelagerte Dame, hinter deren Rücken ein Eichhorn spielt, hält das Wappen des Pfalzgrafen.

Fig. 252 Siegel des Herrn Heinrich v. Pittingen, Bruder Arnolds, an einer Urkunde von 1401. Die Gestalt, welche Schild und Helm des Hauses trägt, wird wohl als Schildhalter anzusehen sein.

Fig. 253: Sogenanntes Wilde-Mann-Siegel des Grafen Friedrich von Zollern vom J. 1417.

Fig. 254 Siegel des Markgrafen Sigismund v. Brandenburg vom J. 1495. Der Schildhalter, ein Bracke, steht hinter den Schilden.

Zur Belebung der oft sehr einfachen heraldischen Bilder wurde die Damascierung angewendet, welche zugleich das

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Mittel gewährte, die Felder in wechselnder Farbe von einander abzusondern.

Fig. 255: Siegel des Macharius Umschrift: S. Macharii. De. Linden.

V. Linden 1264.

Fig. 256: Siegel des Ernst v. Virneburg an einer Urkunde von 1275; das heraldische Bild besteht aus drei schräg anander gereihten Rauten. Die mit Punkten gefüllten Gitter bilden die Damascierung.

Fig. 257: Siegel Heinrichs v. Schonenburch v. J. 1289. † Sigillum. Henrici. De. Schonenburch.

Fig. 258: Siegel des Eberhard v. Schaumberg v. 1300. Der Stern, die Rosen und Lilien gehören nicht zum Wappen, sondern sind eine Damascirung.

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