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Ein querspitzovales Reitersiegel gebraucht 1248 Herzog Swantepolc von Danzig.

Siegel des Wilhelm von Davils, Domherrn zu Trier vom Jahre 1270 mit dem Bilde einer Jagd. (Fig. 30) Umschrift: † S. WLLI. DE. DAWILS. CAN. TREVEREN.

Die spitzovalen Siegel der Städte, der Zeit entstammend, wo diese Form die kirchlichen Siegel beherrschte, sind in ihrer Mehrzahl sicher in bewufster Anlehnung an kirchliche Formen entstanden, wenn sie nicht eine Nachahmung des landesherrlichen Siegeltypus bilden, was augenscheinlich bei den märkischen Städten der Fall ist. Nicht erkennbar sind derartige Beziehungen bei den Siegeln der Städte Villingen und Buchhorn.

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Die Stadt Villingen (in Baden) führt 1244 ein spitzovales Siegel mit einem Adler. Umschrift:

† S. CIVIUM. IN. VILING.

Die Stadt Solothurn ging gegen 1260 von der runden zur spitzovalen Siegelform über. Das 70 mm lange Siegel enthält das Bild des heil. Kriegers Ursus mit der Umschrift: † S. CIVIUM. SANCTI. URSI. SOLODERENSIUM.

Ein zweites spitzovales Siegel erscheint 1318; 1447 war ein neues rundes Siegel in Gebrauch, dem 1579 und 1584 das spitzovale Siegel als Gegensiegel aufgedrückt wurde.

Die Stadt Buchhorn am Bodensee (jetzt Friedrichshafen) führt 1274 ein spitzovales Siegel mit dem Reichsadler über einer Buche, von welcher ein Horn herabhängt.

Die Stadt Delsberg im Bistum Basel führte seit Ende des 13. Jahrhundert ein 60 mm langes spitzovales Siegel

(aus einem Berge wachsender Krummstab) mit der Umschrift: + S. Univ'sitatis. De. Telsberg.

Fig. 31: Spitzovales Siegel der Stadt Wusterhausen in der Mark Brandenburg aus dem 14. Jahrh.: halbe Lilie (v. Plotho). und halb Brandenburg.

Noch eine andere märkische Stadt, Tangermünde, führt um 1369 ein spitzovales Siegel mit dem märkischen Adler. Die Stadt Nauen führt 1375 ein ebenso geformtes Siegel, einen Fisch enthaltend.

Schöffensiegel der Stadt

Bonn, 1343 zuerst vorkom-
mend, 51 mm hoch, 32 mm
breit, mit dem Wappen-
schilde der Stadt. Um-
schrift:

Dit is der Scheffen Sigel van
Bunne

Das sigillum ad causas der Stadt Siegburg aus dem 15. Jahrhundert: Tartsche mit dem bergischen Löwen, dahinter der Erzengel Michael, Patron der Abtei und Stadt Siegburg.

SICIL

Fig. 31. Siegel der Stadt Wusterhausen.

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde das weltliche Siegelwesen um einen neuen Typus bereichert. Einige Grafen zogen es vor, wappenmässige Bilder an die Stelle des Portraits zu setzen, und zwar zunächst frei ins Siegelfeld. Das älteste Siegel dieser Art, dasjenige des Grafen von Ramsberg von 1163 ist auf S. 77 Fig. 19 abgebildet.

Graf Chuno von Lenzburg führt 1167 in seinem runden Siegel (Fig. 32) das auf den Namen anspielende Bild einer Burg.

Pfalzgraf Otto von Bayern führt 1180 in seinem spitzovalen Siegel einen Adler (vergl. S. 82), gleichzeitig Graf Heinrich von Arnsberg in Westfalen in seinem runden Siegel. einen Adler.

In die nämliche Zeit dürfte das runde Hirsch-Siegel des Grafen Ludwig II. von Oettingen gehören, welches als Fig. 33 folgt. Die Umschrift lautet:

† LUDWICUS. COMES. IN. OTINGEN.

Das Wappenwesen lieferte aber nicht nur einen Typus von unbegrenzter Mannigfaltigkeit, sondern auch eine neue

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Fig. 33. Siegel des Grafen Ludwig II. von Oettingen.

Siegelform, der die Form des Kampfschildes zu Grunde liegt. Genau an die Technik der Waffe sich anschliefsend, erhält das Siegel zunächst die Form des normännischen, (oben abrundeten), sodann im 13. Jahrh. die des dreieckigen Schildes.

COMITIS-DE-SARIE

Mit der Aufnahme der Wappensiegel wird von vornherein einer grofsen Schwierigkeit begegnet: es waren nunmehr die Formen geschaffen, deren das Siegelwesen bedurfte, als um das Jahr 1200 sich der Kreis der siegelführenden Personen um den zahlreichen Stand der Ministerialen vermehrte. Die früheren Formen wären für dieses Bedürfnis sicher unzulänglich gewesen.

Eines der ältesten Siegel eines Ministerialen ist das des Herrand v. Wildon (Steiermark) an einer leider nicht datierten, jedoch auf ca. 1195 zu bestimmenden Urkunde. Dieses Siegel wird uns noch in anderen Beziehungen beschäftigen.

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Siegel des Grafen Ludwig von Sarwerden an einer Urkunde von 1185 im Kaiserl. Archiv zu Colmar. (Fig. 34). Siegel des Grafen Ludwig II. von Oettingen an einer Urkunde von ca. 1200. (Fig. 35).

Fig. 36: Schildförmiges Siegel des Grafen Otto von Stein und Griben (Altmark) an einer Urkunde von 1207. Umschrift:

Fig. 37

† COMES. OTTO (DE L)APIDE.

Siegel des Fürsten Nicolaus von Mecklenburg

an einer Urkunde von 1219. Umschrift:

† SIGILLUM. NICOLAI. FILII. BURWINI.

દા.

Werner v. Bolanden v. 1222: schildförmig. (F. 38) Umschritt: † SIGILLUM. WERNHERI. DE. BONLANDIA. IMPERIALIS

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AULE. DAPIFERI.

Fig. 39: Siegel des Eberhard Truchsessen von Waldburg vom Jahre 1223.

Fig. 40: Siegel des Grafen Friedrich von Zollern von ca. 1226.

Fig. 41: Siegel des Grafen Otto von Henneberg (Botenlauben) v. 1231.

Fig. 42: Siegel des Gilbert von Rüdesheim v. Jahre 1242, ein regelmässiges Dreieck bildend.

Fig. 43: Richard v. Pallast zu Trier 1252, normänn. Schildsiegel. Umschrift:

SIGILI

OLHI

Fig. 37.

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Portraite der Siegelinhaber, Reiterbilder und Ähnliches.

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