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Feldes ausfüllend, das Wappen Österreichs, beseitet von den Buchstaben A A und begleitet jederseits von drei Schilden. Umschrift: † Albertus. Dei. Gratia. Dux. Austrie. Styrie. Karintie. Tyrolis. Et. Carniole. Et. Cett.

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Fig. 269.

Fig. 270.

Fig. 269: Siege! des Herzogs Leopold von Österreich von 1377, drei Schilde senkrecht untereinander zwischen den beiden

Vollwappen Österreich und Tyrol. Umschrift. † Leopoldus. Dei. Gracia. Dux. Austrie. Et. Cetera.

Fig. 270: Eines der vielen kleineren Siegel, welche König Ladislaus von Ungarn und Böhmen 1454 und 1455 in böhmischen Angelegenheiten gebraucht. Der von zwei Raben gehaltene Hauptschild ist von Ungarn und Böhmen gespalten und mit der Lanbkrone bedeckt. Halb im Schriftrande vier kleinere Schilde. Umschrift: ladislaus. dei. gracia. hungarie. et.

bohemie. tc. rex.

Diesem nachgebildet ist das Siegel (Fig. 271) des Königs Georg (Podiebrad) von Böhmen (1458-71).

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Das Siegelwesen der weltlichen Frauen vereinigt in sich alle gebräuchlichen Formen. und Typen der Sphragistik. Neben dem runden Siegel erscheint sehr häufig die spitzovale Form. Es kommen alle Typen des Porträtsiegels, das

Brust-, Stand- und Thronbild, dann Bild- und Wappensiegel vor.

Die in den Siegeln der weltlichen Herren gänzlich vermiedenen religiösen Darstellungen sind der deutschen Frau ein beliebtes Siegelbild.

Die Siegel der Witwen zeigen die Inhaberin in tiefer Verschleierung, umgeben von Symbolen, die auf den Himmel und das Jenseits hinweisen (Sonne, Mond und Sterne). Sehr häufig sind die sinnvollen Votivsiegel, von denen wir weiter unten handeln werden.

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Der uralte Brustbildtypus ist im späteren Mittelalter dem Secret zugeeignet (vergl. S. 188). Ausnahmsweise erscheint das Brustbild der Inhaberin noch in dem Siegel der Gräfin Elisabeth von Wolpe, Tochter des Grafen Gebhard I. von Holstein und seiner Gemahlin Elisabeth von Meklenburg, an einer Urkunde von 1272 (Fig. 272). In der Mitte ein Brustbild in runder Einfassung, begleitet von drei Schilden (Wölpe, Holstein, Meklenburg), mit der Spitze dem Bild zugekehrt. Das durch die Schilde in drei Teile abgegrenzte Siegelfeld enthält in jedem Teile die drei Wappenbilder direkt im Siegelfelde. Umschrift: S. Elizabet. Comitisse. De. Welepa.

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Fig. 273: Siegel der Gräfin Mechtild, Gemahlin des Grafen Heinrich von Nassau, geb. Gräfin von Geldern, vom J. 1238. Die Gräfin hält in der Rechten einen Helm, mit der Linken erfasst sie die rechte Hälfte ihres Mantels. Umschrift: † Sigillu. Secreti. Methildis. Comitisse. De. Nassowe.

Fig. 274: Siegel der Sophie, geb. Prinzessin von Dänemark. vor 1241) Gemahlin des Fürsten Borwin zu Rostock († 1277), der das Siegel 1237 als Rücksiegel gebrauchte. (Nach einer Zeichnung von Beyer.) Umschrift: † Sigillum. Domine. Sophie. De. Roztok.

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Gisla uxor Werneri nobilis de Schermbeck führt 1285 das spitzovale Siegel, Fig. 275 mit dem gekrönten Standbilde, rechts den Schild Kirchberg, links den Schild ihres Gemahls haltend. Umschrift: S. GIESELE. FILIE. FRIDERICI.

D. KIRBERHC.

Dieselbe Dame gebraucht 1291 das als Fig. 283 folgende runde Thronbild-Siegel; im J. 1300, als Witwe, ein rundes Siegel mit gekröntem Standbilde, in der Rechten einen Lilienstab, in der Linken den Kirchberg'schen Schild haltend. Umschrift: † S. DOMINE. GISLE. FILIE. COMITIS. FRIDERICI. DE. KERCBERCH.

In keinem ihrer Siegel bezeichnet sie sich als Gemahlin des Herrn Werner von Schermbeck und in den beiden letzten Siegeln ist sogar der Wappenschild desselben weggelassen. Beachtenswerth ist, dafs die Dame in allen drei Siegeln eine Krone auf dem Haupte trägt.

Fig. 276: Siegel der Gräfin v. Salm, geb. v. Joinville v. 1297. Die Dame in ganzer Figur stehend, in der Rechten das Banner von Salm, in der Linken den väterlichen Schild haltend. Umschrift: † Dame. Jehene. De. Jenville. Comitesse. De. Sames.

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Fig. 277: Siegel der Gräfin Mechtild von Kevernburg, geb. v. Regenstein vom J. 1317. Sie war eine Tochter des Grafen Heinrich v. Regenstein und der Elisabeth geb. Gräfin v. Hoya; ihr Gemahl war Graf Günther v. Kevernburg. Das runde Siegel enthält das Standbild der Grafin, deren Brust mit dem Schilde des Gemahls belegt ist; in der Rechten trägt sie den Schild Regenstein, in der Linken den Schild. Hoya.

Fig. 278: Siegel der Frau Kunigunde, Gemahlin des Edelherrn Gerlach von Limburg, geb. Gräfin v. Wertheim, vom J. 1322.

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