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Ubi interrogationibus fecerint satis, nullumque subesse impedimentum ab ipsis quoque adstantibus amicis vel propinquis certo compererit Sacerdos, poterit, si per tempus licet, et conditionis personarum habita ratione, hanc sequentem, aut aliam similem, ad affidandos habere exhortationem :

Ermahnung.

Was wir hier vornehmen, ist kein Sakrament; sondern es ist eingesetzt, um die Gläubigen zu dem Segen vorzubereiten, den Christus Iesus dem Sakramente der Ehe beigelegt hat. In der That, wäre es wohl vernünftig, sich blindlings und ohne Vorbedacht in einen Stand einzulassen, welcher ohne Beruf und ohne Gnade Gottes nicht glücklich seyn kann? Die Ehe der Christen ist keine so gleichgültige und gemeine Sache, dass Gott und die Kirche sich derselben nicht annehmen sollte.. Die Eltern können ihren Kindern zwar irdische Güter hinterlassen; aber Gott allein kann eine kluge Ehefrau geben, und ihr einen tugendhaften Bräutigam zuführen; und ihr Ehebund wird glücklich seyn, wenn Gott ihn schützet, segnet und heiliget.

Dieses Glück habt Ihr zu erwarten, wenn Ihr, wie iene kluge Eheleute, von welchen das Evangelium meldet, Christum zu Eurer Hochzeit einladet und bittet, er selbst wolle Euer Bündniss stiften. Erwerbet Euch diese Gnade durch eifriges Gebet, reichliche Almosen und den öftern Gebrauch der heiligen Sakramente. Ueberlegt vor Gott die Pflichten des Standes, den Ihr erwählet, und erinnert Euch, dass Kinder der Heiligen auf eine andere Weise sich verehelichen müssen, als iene, welche Gott nicht kennen; das ist, sie müssen sich mit christlichen Absichten vereinigen, mit dem Vorsatze, einen unsträflichen und auferbaulichen Wandel zu führen, damit dieses, zur Heiligung der Seelen eingesetzte Sakrament niemal gemissbrauchet werde, sondern damit sie die Pflichten, welche es auflegt, erfüllen. Auf diese Weise könnet Ihr den Gefahren entgehen, welche eben so wohl, als die Obliegenheiten, von unendlicher Wichtigkeit sind in Beziehung auf die ewige Seligkeit, wenn man nämlich beide betrachtet, nicht nach den falschen Grundsätzen der Welt, sondern nach dem richtigen Begriff, den uns das Christenthum davon gibt.

Finita exhortatione, Parochus primum dicet viro, eum suis nomine et cognomine appellans:

NN. Versprechet Ihr Gott dem Herrn und vor seiner heiligen Kirche, dass Ihr gegenwärtige NN. zu Eurem ehelichen Weib neh

men wollet, wenn sie es von Euch begehren und sich kein rechtmässiges Hinderniss vorfinden wird?

R. Ia, Euer Ehrwürden, ich verspreche es.

Deinde dicet mulieri:

Und Ihr, NN. versprechet Ihr Gott dem Herrn und vor seiner heiligen Kirche, dass Ihr gegenwärtigen NN. zu Eurem ehelichen Mann nehmen wollet, wenn er es von Euch begehren, und sich kein rechtmässiges Hinderniss vorfinden wird?

R. Ia, Euer Ehrwürden, ich verspreche es.

Postquam sponsionem dederint mutuo et acceperint, iubebit eos Parochus dexteras iungere, moxque dicet, signum Crucis, ubi notatur, producens: Et ego haec sponsalia, et hanc vestram mutuam promissionem auctoritate, qua fungor, confirmo. In Nomine Patris, et Filii et Spiritus Sancti. R. Amen.

Tum eos moneat, ut pro felici futuri Matrimonii successu Dei misericordiam diligenter implorent, ut aliquibus diebus ante nuptias, vel saltem pridie, peccata sua confiteantur sacramentaliter, et sacro-sanctam Eucharistiam devote percipiant. Ipsis praeterea iniunget, ut toto sponsaliorum tempore caste et pie vivant, sicuti decet filios Sanctorum: neque interea, donec Matrimonio legitime coniuncti sint, in eadem domo cohabitent 1).

Ordo celebrandi sacramentum Matrimonii.

Parochus Matrimonium celebraturus, certior effectus de Religione, aetate, statu et conditione contrahentium, et de denuntiationibus legitime factis, 2) sive per seipsum, sive per Litteras Testimoniales; visis quoque dispensationibus, si quae fuerint obtentae, nullo insuper apparente impedimento, super quo diligenter inquirat, convenienteque et non interdicto tempore, nisi aliunde cum desponsandis dispensatum fuerit, sic se geret.

Hora data (scilicet mane et non post meridiem, nec unquam ante horam

1) Ag. Mon. Cum sponsalia celebraturi coram Parentibus, Consanguineis, et Parocho conveneriut hic subiecto modo Sponsum ac deinde Sponsam interroget: N. Ihr verheisset ganz freiwillig und treulich, gegenwärtige Person zu nächst gebührender Zeit für Euer eheliches Gemahl anzunehmen. Und dafern kein erhebliche Verhinderniss wird gefunden werden, nach Gebrauch der Catholischen Kirchen Euch mit Ihr zu verehlichen. Idem interroget alteram compartem. Si uterque annuat, Parochus illorum promissionem sic confirmet: Et ego hanc sponsalitiam promissionem vestram auctoritate qua fungor, confirmo in nomine Patris et Filii † et Spiritus Sancti. Amen. Poterit autem Parochus suadere, ut promissionem inscripto consignent.

2) Formula denuntiationis in Agenda Mon.:,,Es lassen sich zum heiligen Ehestand zum mal verkündigen der NN. und die NN. Welcher nun etwas weiss, das diese vorhabende Ehe verhindern könnte, solle solches gebührenden Orts gemäss der Obligation seines Gewissens mit Christlicher Liebe erstens angeben.

quartam matutinam, nisi habeatur dispensatio) induet superpelliceum et stolam albi coloris (aut amictum, albam, cingulum et stolam sine manipulo, posito quod Missam sit ipse continuo celebraturus) adhibebitque unum Clericum superpelliceo indutum, vel saltem aliquem Ministrum, qui Librum hunc Ritualem cum aqua benedicta et aspersorio paratum teneat, una cum pelvi parvula, in qua ponatur annulus unicus, simplex absque caelatura aut gemmis.

Tum sponso et sponsa a suis parentibus, vel amicis et invitatis utriusque sexus honorifice et cum modestia intra Ecclesiam ante Chorum, vel aliquod Altare coram Pastore deductis, ipsis ante confessis et communicatis, saltem pridie, et insuper, si fieri potest, ieiunis, Parochus, praesentibus testibus, iisque parentibus et cognatis, aut aliis, postulabit a sponso annulum, quem sponsus deponet in pelvi, de qua supra, quam tenebit Clericus, vel alius Minister ante Parochum. Ipse autem Parochus stans facie versa ad sponsum et sponsam, ita ut vir sit ad sinistram suam, et mulier ad dexteram, postquam ipsos et adstantes, mediocriter se inclinans, salutaverit, producendo super se signum Crucis, dicet:

In Nomine Patris, et Filii, et Spiritus Sancti. Amen.

Benedictio Annuli.

S. Adiutorium nostrum in Nomine Domini. R. Qui fecit coelum et terram. S. Domine, exaudi orationem meam. R. Et clamor meus ad te veniat. S. Dominus vobiscum. R. Et cum spiritu tuo.

Oremus. Benedic †, Domine, annulum hunc etc. ut p. 268.
Tum aspergat annulum aqua benedicta in modum Crucis.

Si sponsaliorum solemnis celebratio non praecesserit, Parochus, operto capite, faciet sponso et sponsae interrogationes positas in ordine celebrandi sponsalia, supra pag. 271.

Facta annuli benedictione (aut factis supra dictis interrogationibus, si faciendae fuerint) Parochus adstantes, operto capite, alloquens, dicet:

Liebe, hier versammelte Christen! Wir machen Euch bekannt und bezeugen, dass die gewöhnlichen Ausrufungen wegen bevorstehender Ehe beider gegenwärtigen Verlobten N. N. und N. N. ohne einigen Widerspruch geschehen sind; und da beide ietzt zur Ehe schreiten wollen, so ermahnen wir Euch abermal, dass, wenn Einer aus Euch etwas weiss, was diese Ehe rechtmässiger Weise verhindern könnte, er uns solches augenblicklich anzeige. Es unterstehe sich aber Niemand ein Hinderniss aus Bosheit und ohne Ursache vorzubringen.

Si fuerit concessa dispensatio de aliquo impedimento, vel de bannis, vel

vel de loco, seu tempore celebrandi Matrimonii, id Parochus quoque declarabit, ne ex eius ignoratione suboriatur scandalum, aut dubium.

Tum interposita aliqua mora, si nemo contradixerit, aperto capite in hune modum precabitur Sacerdos :

Da nun kein Hinderniss vorkommt, so lasset uns den höchsten und gütigsten Gott bitten, Er wolle diess heilige Vorhaben, das Er diesen beiden Verlobten eingegeben, bestätigen, damit Alles zur Ehre seines heiligen Namens gereichen möge.

Hic Parochus loqui poterit ad sponsum et sponsam de Sacramento Matrimonii; et de eius institutione, dignitate, sancto usu, ac de coniugii benedictionibus pauca dicere, prout illi expedire videbitur ad eorum et adstantium aedificationem, et hanc brevem, aut aliam similem vulgari sermone exhortationem habere, personarum conditione perpensa.

Ermahnung.

Die Ehe ist ein heiliger Stand, ein von Gott im Paradiese zur Zeit der Unschuld gestiftetes Band, welches er nach dem Falle Adams bestätiget hat. Sie ist ein Bündniss, welches im alten Testamente von den treuen Dienern Gottes heilig gehalten, im neuen aber von Iesus Christus unserm Herrn zur Würde eines Sakraments erhoben worden ist. Auch nennt der heilige Apostel Paulus die Ehe ein Sakrament, ia ein grosses Sakrament: gross wegen dessen, was sie vorstellet; denn sie ist ein Sinnbild der Vereinigung Christi mit seiner Kirche: gross wegen der Gnade, welche Gott in demselben mittheilet, und wegen der Pflichten, zu denen es verbindet.

Wenn nun der Glaube uns die Ehe als ein heiliges Bündniss darstellet; so lehrt er uns auch, dieselbe heilig anzutreten und darin zu leben, wie es Gott gefällig ist, und nicht nach den Gebräuchen und den Gewohnheiten der verderbten Welt.

Die heilige Kirche, unsere Mutter, unterrichtet uns, dass die Ehe für ihre Kinder keine blos menschliche Sache, kein blos bürgerlicher Vertrag sey; sondern eine Religionshandlung, voll Gnade und Heiligkeit, und sie macht es denselben zur unerlässlichen Pflicht, sich dem Priester darzustellen, und ihr Ehebündniss im Angesichte der Kirche zu schliessen. Der Ehestand muss daher in Ehre gehalten, und der Wohlanstand darin beobachtet werden durch reine Sitten und einen recht christlichen Lebenswandel. Diesen bei den Heiden durch ihre Ausgelassenheit so sehr entehrten und bei den Iuden durch das Scheiden so verächtlich gewordenen Stand hat Christus wieder zu seiner ursprüng

lichen Gestalt, zur Einheit und Unauflöslichkeit des nämlichen Bandes bei Lebzeiten beider Ehegatten zurückgeführt. Es ist eine von Ihm in alle ihre Reinigkeit hergestellte heilige Gesellschaft, um durch dieselbe die Kinder des Glaubens zu vermehren, und in dem Schoosse seiner Kirche Erben seines ewigen Reiches zu erziehen. Es ist ein Bündniss, dessen Würde und Glückseligkeit nach der Behauptung Tertullian's nicht hoch genug dargestellt werden kann, indem die Kirche selbst das Band desselben stiftet, das unblutige Opfer der heiligen Messe es bekräftiget, der priesterliche Segen es besiegelt, die Engel als unsichtbare Zeugen dabei erscheinen und Gott der Vater im Himmel dasienige bestätiget, was die Eheleute vor dem Altar versprechen.

Wir sind Kinder der Heiligen, sagte ehedem der iunge Tobias zu seiner Braut; wir dürfen nicht so zusammenkommen, wie die Heiden, welche Gott nicht kennen. Eben dieses können wir Euch heute mit grösserem Recht sagen: Ihr seyd Kinder der Heiligen, ia Ihr selbst seyd heilig, wenigstens Eurem Berufe nach; denn Ihr seyd Christen und Kinder der Christen, Ihr dürfet also in dem Ehestande nicht leben, wie iene, welche Gott nicht erkennen und seine Gebote nicht halten: sondern Ihr sollet Euern Stand heiligen durch einen lebhaften Glauben, eine aufrichtige Liebe und beiderseitigen Eifer in der Tugend zuzunehmen. Zwei Christen, welche durch die Ehe sich verbinden, sollen darum sich vereinigen, um gemeinschaftlich ihr zeitliches und ewiges Heil zu wirken, die Lebensiahre, welche Gott ihnen schenkt, im Frieden beisammen zuzubringen, Mühe und Arbeit unter sich zu theilen, in Widerwärtigkeiten einander beizuspringen und zu trösten, und zu dem nämlichen Ziele ihrer Bestimmung, welches der Himmel ist, glücklich zu gelangen.

Schliesset aus diesem Unterricht, christliches Brautpaar, mit welcher Andacht und Eingezogenheit Ihr dieses Sakrament empfangen sollet, mit welcher Sorgfalt und mit welchem Eifer Ihr, so lange Ihr lebet, Euch bemühen sollet, die Gnade, welche Gott der Herr dem Ehestande für seine getreuen Diener gibt, durch göttliche Hilfe zu erhalten und zu vermehren. Diese Gnaden sind auch hauptsächlich zur guten Erziehung der Kinder nothwendig, wenn es Gott gefallen sollte, Eure Ehe damit zu segnen. Ihr werdet frühzeitig das Herz derselben zur Tugend anleiten müssen; ihnen die Erkenntniss und die Liebe Iesu Christi einflössen; sie durch Euer Beispiel in der treuen Beobachtung der Gebote Gottes und der Kirche unterrichten; kurz Ihr müssel aus ihnen

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